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1 (1928) Die Familie Hertmanni
Entstehung
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wohnt. Später wohnten die Eheleute in der Marzellenstraße, darum sind auchdie nach 1665 geborenen Kinder in der zuständigen Kirche S. Mariae ad Indul-gentias, d. h. der Maria Ablaßkirche getauft, die nicht weit von der Marzellen-straße an dem heutigen Maria Ablaßplatz lag, da, wo jetzt das große Gebäudeder Versicherungsgesellschaft Concordia steht.

Auch außerhalb Kölns verdankte Johann Michael größere Besitztümer sei-ner Frau, das waren die Güter zu Vochem bei Brühl und Auenheim (bei Bed-burg im heutigen Kreise Bergheim an der Erst).

Das Gut in Vochem scheint der sogenannte Frohnhof gewesen zu sein, derEigentum der Kölnischen Kirche S. Columba war, die es von Anfang des 16. Jahr-hunderts an immer auf 12 Jahre in Zeitpacht gab. Es war 265 Morgen groß.

Das Gut in Auenheim wird zuerst im Jahre 1200 erwähnt, wo am 31. 10.die Abtei Brauweiler den ihr resignierten Hof nebst Zehnten und Patronat zuAuenheim dem deutschen Ordenshause St. Catharinae zu Köln überträgt st.

Der Hof in Auenheim hieß früher Rolandswerther Hof, gelegen in Kirch-Auenheim bei Bergheim. Er war fast 500 Jahre lang im Besitz des KlostersNonnenwerth. Im 12. Jahrhundert hatten ihn Graf Arnold von Deutz unddessen Gemahlin Uda von Hackenbroich dem Gotteshaus Ruleiiswerde als Mit-gift für ihre Tochter Adelheid, welche dort den Schleier nahm, geschenkt. Wegendes Auenheimer Hofes entstand ein langwieriger Prozeß, der Ende des 16.Jahrhunderts am Reichsgericht in Speyer schwebte, den Schwestern viele Sorgemachte und erst 50 Jahre später zu Ende gingst. Fahne-Salm-Reiffcrscheid stbringt eine Urkunde vom 17. 3. 1653, da heißt es: Der itzigen erbphächter desHofes Iohan Michael Hermantz dero rechten Doctor und dessen ehegeliebste AnnaBlanckenberghs. Der Hof hatte 9)4 Morgen Haus und Garten sowie 200 Mor-gen Ländereist. 1695 ist D. Hertmanni als Dezimator verpflichtet zur Unter-haltung der ewigen Lampe in Auenheim, Raps zu liefern und die Kirchhof-mauer von Mitternacht bis Morgenroth, d. h. also von Norden bis Osten inBau zu halten. 1710 wird derselbe auch gehalten, für den 4. Teil des Kir-chenschiffs zu sorgen -st.

Der Hof ist also längere Zeit in der Familie geblieben. Von dem gleich-namigen Sohn des Johann Michael Hertmanni (16691704) 2SS7 wis-sen wir, daß er Anteil an dem Gute gehabt hat und, wie aus den im Staats-archiv zu Düsseldorf vorhandenen Gerichtsprotokollen Büsdorf (Vol. 185) her-vorgeht, in den Jahren 1688 und 1690 dort gewohnt hat. Nach seinem Todemußte das der Witwe und deren Kindern gehörige Haus mit Garten und Län-dereien zu Kirchauenheim, Hertmannihof genannt, da es so stark belastet war,daß die Hypothekenzinsen nicht mehr herausgewirtschaftct werden konnten, ver-kauft werden. Als Käufer erscheinen am 16. 2. 1715 die Schwestern Canto ausKöln. Der Kaufpreis betrug 5400 Reichsthaler st.

st Lacomblet, Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins Nr. 742.st Geschichte der Insel Nonnenwerth, von Schwester Paula,st dl 433 Seite 316 f.st Fahne, ebenda Seite >6st Visitationsprotokolle Köln.

st Eerichtsprotokolle Büsdorf Vol. 186 im Düsseldorfer Staatsarchiv.