Bilde habt ihr ein Haus, wie es für Menschen paßt, die ihr Lebenmit schwerer körperlicher Arbeit verbringen. Ja es empfängt denMüden und Matten, wie die Mutter den von langer Wanderschaftheimkehrenden Sohn. Weshalb kriecht ihr Leute in die für den Unter-nehmerbeutel eingerichteten Mietsställe? Da draußen vor der Stadtgiebt's doch billiges Bauland genung. Rafft euch auf, spart was ihrkönnt, einige Jahre; es wird reichlich Zinsen tragen, wenn es euch He-lingt, eine menschenwürdige Wohnung, ein Heim und sei's noch so ein-fach, zu schaffen. Wohlfeile Verkehrsmittel kürzen ja heute den Wegvom Land in die Stadt.
Wie wär's, ihr Herren hinterm grünen Tisch, wenn ihr euch mal einBischen um die wirklichen Bedürfnisse der Arbeiter, vor allem auchum seine sittlichen und künstlerischen bekümmertet, statt euch von denauf ihren Beutel bedachten Unternehmern die Ohren voll blasen zu lassen?
Zum Schluffe noch eins!
Wenn ja die Denkmale früherer Zeiten, Werke der Baukunst, wie allesIrdische einmal verfallen müssen, beschränkt auch bitte darauf, sie nachKräften vor dem Verfall zu bewahren und laßt es euch ja nicht ein-fallen, sie zu erneuern! Bedenkt: Wie könnt ihr, die ihr es noch nichtfertig gebracht, das Wesen eurer Zeit künstlerisch auszudrücken,wähnen, den Ausdruck einer längst vergangenen Gesittung, die euchwesensfremd geworden ist, zu treffen!?
Ehrerbietung vor den Schöpfungen eurer Ahnen heische ich! Und wennso ein „Demolant" „Renovant" oder „Restaurator" oder „Conservator"sich an ihnen vergreift, klopft dem Fälscher auf die Finger, daß ihmdie Augen überlaufen und er seinen Ehrgeiz vergißt!
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