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3 (1902) Baukunst-Flugblatt
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schmucke Diele sein, was für ein festlicher Raum, der dahinter liegt!Und nun gar dieser freundliche Eingang mit der grün gestrichenenTür, dem gelben blinkenden Messingbeschlag und dem Oberlichtgitter,das wie ein feines Spitzengewebe uns anmutet! Es steht nirgendwoaufdringlich geschrieben: Willkommen!" oder Salvs Introitus! oder sonstein wälscher Kohl, aber die Sprache der Kunst spricht's eindringlich wie dieMienen der begrüßenden Hausmutter: Tritt nur ein, hier bist du herzlichwillkommen! Seht euch mal den prächtigen Löwenkopf auf der Tür ander den Klopfring im Maul trägt! Wer schafft so was heute noch?'Selbst das Pflaster auf der Strmfe hat uns noch etwas zu sagen:Es weist aus den Eingang hin.

Die Bauformen sind botanisch; Giebelendigung und Haustürumrahmungjedoch sind fränkischen Geistes. Das Oberlicht der Haustür hat eineunter französischem Einflüsse stehende spätere Zeit umgeschaffen.

15. Wasserhof bei Vorst.

Westlich der Landstraße von Vorst nach Kempen hebt sich von dunklemWaldesgrunde ein Helles Gebäude prächtig ab. Roh, aber richtig zu-sammen gezimmert, mit hohem, schlichtem Walmdach versehen, wirkt esdurch die Richtigkeit seiner Verhältnisse und durch große sichere Farben-gegensätze. Was zieht uns an diesem einfachen Hause so an? Dasoffene ehrliche Gesicht! Seht einmal, wie an der Längswand dieStiele wie stämmige Männer stehen, die mit den Streben gleich hoch-gestreckten Armen Balkenlage und Dach stützen. An der Kurzseitestehen sie spreizbeinig zwischen Schwelle und Rühm, um ein Schwankenoder Versetzen des Gebäudes zu verhindern. Vergleicht bitte mit diesemFachwerk, welches so selbstverständlich ist und wirkt, die Machwerke derUnternehmer, die über die Falschheit (ich sage mehr wie: Unrichtigkeit)des Gefüges und den Mangel an künstlerischen Ausdruck durch demModegeschmack gefällige Linien und durch allerhand Kinkerlitzchen hinwegzu täuschen suchen.

16. Süd-Ost-Ansicht eines Bauernhauses.

Auch ein Bauernhaus, wie wir's allenthalben noch finden, führ ich euchvor, und ihr werdet lachen und fragen: Was soll das? Was das soll?Seht sie euch nur an, die stumpfsinnigen und lächerlich aufgeputztenKasten, mit denen allerhandBaugewerksmeister" undgemeinnützige"Baugenossenschaften unsere herrliche niederrheinische Landschaft ver-hundsen. Wandert nur einmal durch die Arbeiterviertel unserer Ge-werbebetriebs-Bezirke. Wen da nicht ein Schauder vor unserer Schein-kultur erfaßt, der hat jegliches menschliche Gefühl verloren. Hier im

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