Um auch den, der im Gebiete der Kunst durch irgend einen Umstandschlecht bewandert ist, nicht fehl gehen zu lasten, habe ich jedem Bildeeinen Führer zugesellt, der in Gleichnissen Auskunft giebt über diesittlichen und künstlerischen Ursachen, Absichten, Ausdrucksmittel undWirkungen. Der Selbe weiß manchmal auch Bescheid um das Sach-liche und mag auch erwähnen, welcher Volksstamm, zu welcher Zeitund aus welchem Anlaß sich gerade so ausgedrückt.
1. Zons bei Neuß.
„Stättlein (Schloß und Zoll) unter Gölten, zwischen„Monheim und Neuß und auf Gallischem Boden gelegen„und dem Herrn Churfürsten zu Collen gehörig, wird„Lateinisch Sontinum gemacht. — Erzbischof Sigesfridus„zu Cöllen hat dies Schloß allhie: wie aus einer alten„Schrifft in demselben zu ersehen, erbawet. Hat eine gute„Mauer und inwendig Häuser von Ziegelsteine. Die Jnn-„wohner nehren meistentheils ob dem Clekerbauw dann„der Boden allerlei) Geträid trüget. — Anno 1620 den„16. Martii ist dieses Stättlein brs auff das Schloß und„fünf Häuser ganz abgebronnen. Den 10. Juni 1642„lägerten sich Kayserliche und Bayrische umb Wörringen„und Zons und verschanzten sich daselbst, als sie von Cöllen„herab wieder die Franzosen, Weymarsche und hessische„angezogen waren."
So weit der Inhalt einer Schrift aus dem Jahre 1646.
Zons ist auf der Stelle eines befestigten Römischen Lagers (Sontium)erbaut. Die vorhandenen Befestigungen zeigen noch seinen viereckigenGrundriß. Sie stammen mitsamt ihren Toren und Türmen und derBurg aus dem vierzehnten bis fünfzehnten Jahrhundert und atmenfränkischen Geist. Das Innere ist mit Ausnahme weniger Häusernach dem großen Brande von 1620 neu erstanden.
Abseits von der Heerstraße gelegen, blieb uns Zons erhaltenein Kleinod der Baukunst zur Freude eines Jeden, der sich den unge-trübten Blick für das wahrhaft Schöne in unsrer Zeit des Scheinsbewahrt hat. Leider — muß man auch hier wieder hinzufügen —hat sich der Geist unserer Zeit in seiner wahren Größe in dem allenWohlklang störenden Kirchenbau gezeigt. Unser Bild zeigt die Nord-ostecke von Zons, die einzige Ansicht, in der jenes Scheusal hinter demmächtigen Wachtturm verschwindet.
2. Burg Lechenich bei Köln.
Eine Zwingburg ist es geistlicher Herrschaft und geistiger Knechtschaft,wie sie das Mittelalter rings im Lande errichtete; ihr Baumeister,
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