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1 (1900) Baukunst-Flugblatt
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Krämerware zu thun zu haben? Ich will euch den Begriff desgeistigen Eigentum? an Bauwerken deutsch geben, ihr könnt ihn dannin's „Juristische" übersetzen: Wie die Schriftsteller der ganzen Weltin ihren Sprachen dieselben Wörter, dieselben Begriffe, ja ganze Sätzeund Gedanken gebrauchen, ohne daß es einem vernünftigen Menscheneinfällt, zu behaupten, sie schrieben diese Wörter, diese Begriffe, dieseSätze und Gedanken von einander ab, vielmehr jeder weiß, daßdieselben nur Hilfsmittel sind, um vermöge ihrer künstlerischen Zu-sammensetzung eigene Gedanken zu vermitteln, so gibt's Wörter, Be-griffe, Sätze und Gedanken in jedes Baumeisters geistigem Munde,die aller Welts Eigentum sind, mit denen er aber seine eigenen Ge-danken ausdrückt. Nicht also jener Wörterschatz ist sein geistigesEigentum, sondern die Gedanken, die er damit ausdrückt! Ist daskein klarer Begriff? — Zweifellos, aber man muß zunächst in denGeist einer Sprache eigedrungen sei, um sie zu verstehen. Mit anderenWorten: Der Richter über geistiges Eigentum muß Kunstverständigersein; solange er das aber nicht ist, wird der Baukünstler um seingeistiges Eigentum bestohlen und betrogen werden; und es wird denSpitzbuben leicht gemacht, denn Hehler gibt es unter dem Laien- undUnternehmertum die schwere Menge.

Ein weiteres Beispiel:

Der „Verschönerungs-Verein" hat allenthalben Bänke aufstellenlassen, die so recht zeigen, wo und wie sie nicht sein sollen. Gehenwir der Sache auf den Grund! Wir haben entwickelt, daß Schön-heit ist: Zweckmäßigkeit mit richtigem sinnfälligen Ausdruck gepaart.Soll die Bank also schön sein, so ist es Aufgabe der Kunst, sie zweck-mäßig zu gestalten und ihre Zweckbestimmung richtig nnd sinnfälligzum Ausdruck zu bringen. Entwickeln wir das:

Bänke an öffentlichen Wegen haben den Zweck, den Ermüdeten, dersonst in der Nähe keinen Unterschlupf findet, für einige Augenblicke zurRuhe einzuladen und ihn deshalb vor den ärgsten Unbilden derWitterung zu schützen; sie haben den vornehmeren Zweck, den Geist vomgeschäftigen Hasten für einige Augenblicke durch eine möglichst gediegeneAussicht abzulenken und zu erfreuen — um Körper uud Geist erfrischtund erfreut zu entlassen. Wie entsprechen die Bänke des Verschönerungs-

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