Vereins diesen Zwecken? — Gar nicht! Zunächst stehen sie fast alleungeschützt und in der Längsrichtung der Straßen, augenscheinlich ganzohne Rücksicht auf Ausblick und Zerstreuung angeordnet. Der Ruh-bedürftige muß schönes Wetter mitbringen und ist mit seinen Blickauf graue Hausmauern angewiesen. Das Traggerüst besteht aus guß-eisernen Holzknüppeln; wären das wirklich Holzknüppel, so würdensie unter der Last zusammenbrechen. Auch das für gute Verhältnissenoch empfindliche Auge fühlt das und empfiehlt seinem Besitzer, sichja nicht auf diese Bank nieder zu lassen. Auf das gußeiserne Gerüstsind Holzlatten in einer Weise aufgeschraubt, die einem regelrechtgebauten Menschen das Sitzen nicht gestatten; das wissen die „öffent-lichen Faulenzer" und lungern tagaus, tagein auf ihnen herum.Hängt man nun auf einer solchen Sitz-Badewanne, so schlafen dieGliedmaßen infolge der die Schlagadern unterbindenden Form in kurzerZeit ein. Es gehört schon eine weibliche Menge von Bierruhe undDenkfaulheit dazu, sich einem solchen Marter-Werkzeug zum zweitenMale anzuvertrauen. Zum Uebersluß sind die Bänke von jener „intim"gelben Farbe, die so herrlich von dem „originellen" Grau der Stadtabsticht. Aus diese Muster von Bänken bringt der „Verschönerungs-
Verein sein „emailliertes" Blechschild mit Namenszug an.-
Wohl habe ich schon gesehen, daß ein Meister voll berechtigten Stolzesseinen Namen auf sein Werk setzt; daß aber ein „gemeinnütziger"Wohlthäter sich auf einer so zweifelhaften Gabe verewigt, reizt meinZwerchfell und den Prügel in meiner Hand. Wer von euch hat nichtden alten dicken mit Immergrün umwachsenen Baum gekannt, dergegenüber dem Rathausgarteu stand? Um diesen Baum war eineschmucklose Bank roh gezimmert, von der man, durch das Laubdachgeschützt, weithin schauen konnte, durch alten unbeschnittenen Baumschlagerfreut: Der die Bank dort aufgestellt, hat bewußt oder unbewußt einenguten Geschmack entwickelt: Der Baum starb ab und mit ihm fiel dieBank.-
An seine Stelle setzte man einen Springbrunnen, „schön und fabrik-mäßig" hergestellt; drauf thront der alte heidnische Meergott, namensNeptun (in nordischen Gewässern Aegir genannt), mit seinem ganzenHofstaat von Ungeheuern.
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