Von Beobachtungen und Versuchen. 173
die ihnen gemein ist. So ziehen z. B. Erde und Sonene den Mond an, weil sie beyde nach den Gravitation«,gesehen wirken, Seide und Glas isoliren den rlektrisirrlen Körper, weil sie beyde eigenthümlich elektrisch sind,aber ein Metalldrach und ein Stück Holz führen dieElektricitär weg, weil sie beyde elektrische Leiter sind.— Wenn ähnliche Ursachen verschiedene Wirkungen her»Vorbringen, so kommen diese von solchen Eigenschaftenher, worin diese ähnliche Ursachen selbst verschieden sind.Obgleich z. D. die Luftarten in der Elasticität und an»dern Eigenschaften alle ähnlich sind, so sind sie doch nurzum Theil zum Einathmen dienlich, zum Theil nicht.Der Grund davon liegt in den verschiedenen Stoffen,woraus sie gemischt sind. — 8) Die Absicht der Be»vbachtungon und Versuche geht auch öfters dahin, di«Zwecke der Dinge und ihrer Einrichtungen überhaupt,, und besonders den Nutzen derselben für den Menschenzu untersuchen. Man setzt dabey voraus, daß jede Ein,richtung der Natur ihren Zweck haben müsse. So we»nig sich dieses grade immer in der Erfahrung zeigen läßt,so richtig ist doch dieser Satz an sich als Pcincip, wel»ches wir bey der Betrachtung der Natur verfolgen müftsen. Nur dürfen wir nicht denken, daß wir die Ab»sicht jedes Dinges zu ergründen im Stande seyen, weildieses zu mancherley unhaltbaren Hypothesen Veranlasrsung giebt (z. B. wenn man von dem Nutzen jeder Z»,sektenart in der Haushaltung der Natur spricht): nochweniger dürfen wir behaupten, daß alles unmittelbarzum Besten des Menschen erschaffen sey. Denn dieserist offenbar falsch. Wenn diese teleologischen Nachfor»schungen nützlich seyn sollen, so müssen sie nicht zu weit