Vo" Vermeidung der Irrthümcr.
Hey einer fehlerhaften Gedächtnißübung zu besorgensind. Es ist z. B. ein großer Fehler, der noch öftersbey. der Erziehung und Unterricht junger Leute bcgamgen wird, daß man sie eine Menge Namen und an-dere Dinge auswendig lernen läßt, ehe sie wissen^, wassie-bedeuten, daß sie öfters CatechiSmen, grammatusehe Regeln, viele einzelne Sähe aus Lehrbüchern, oderauch ganze Lehrbücher ins Gedächtniß fassen sollen, ehedieses alles gehörig erklärt worden ist. Wenn der Ver-stand nicht zugleich mit dem Gedächtniß geübt wird,. sowird das Gelernte nicht nur bald wieder vergessen, son-dern die Geisteskräfte werden durch eine zu sehr me-chanische Beschäftigung abgestumpft, und gelangen entiweder nie, oder sehr spät zu derjenigen Reife, die zumSelbstdenken und freyer Thätigkeit nach Vernunftgrün-hcn gehört.
Um diese Quelle von Zrrthüniern zu verstopft»,ist nöthig, daß das Kind etwas richtiges bey . denWorten denke, die man ihm sagt, oder die es nächst-gen soll, daß man also alles so faßlich und anschau-lich erkläre, als es möglich ist, und alle die BegriffeMd Vorstelliingsarten, die für seine Fassungskraft nochzu schwer sind, bis zu einem rcifcrn Alter aus demUnterrichte.weglass«!.. Da sinnliche Vorstellungen mitspeit weniger Mühe aufgefaßt und begriffen werden,als abstracle Vorstellungen, so muß schon ein reicherPorrath von jenen vorhanden seyn , ehe man zu diesenÜbergeht. Obglefth diese Bemühungen wegen man-cherlei) Ursachen und Hindernissen, die zum Theil inäußern Umständen liegen, unvollkommen bleiben, sowird man sich dem vorgesteckten Ideale bey gehörigem