126 Von Vermeidung der Jrrthümer.
Wer zuerst den Ring um den Saturn wahrnahm, wirdvermuthlich seinen eigenen Augen nicht ganz getraut ha-ben, bis er dieselbe Wahrnehmung auch von anderenBeobachtern bestätigt sah. Man liebt daher bey dem !Anblick seltener Naturerscheinungen Zeugen, die dasselbebestätigen, was man gesehen hat. — Daß man die !zu beobachtende Sache wo möglich in mehrere Lagenbringen, durch Vergrößerungsgläser betrachten, undalle andere Mittel anwenden müsse, die un« von denBeschaffenheiten derselben richtige Ideen geben können, iversteht sich von selbst. !
Da die Richtigkeit der sinnlichen Erkenntniß vonder Gesundheit der Sinnwcrkzeuge abhängt, so istPflicht, für die Erhaltung derselben vorzüglich zu sor- 'gen, und daher alles zu vermeiden, was nichr nur zurSchwächung der körperlichen Kräfte (besonders durchheftige Reitzungen des Nervensystems) überhaupt, sons !dern auch dieses oder jenes einzelnen Sinnes, beytragcnkann. Dahin gehört z. D. daß man die Auge» nichtzu lange und zu heftig anstrenge, sie keinen zu plötz-lichen Abwechselungen von grellem Licht und von Dun- ^kelheit aussehr, daß man Augen und Ohren vor jederVerletzung von äußern Ursachen zu verwahren sucheu. dgl.
Jede Kraft, die der Mensch besitzt, wird durchUebung vermehrt, also kann dadurch auch das Vermö-gen durch die Sinne leicht und richtig aufzufassen ge-stärkt und erhöht werden. Wie weit es der unverdor-bene und einfach lebende Zögling der Natur darin brin-gen könne, sehen wir an dem Deyspiele der wilden Völ-ker, z. D. der herumstreifenden Iägernationen in Car