Von den Beweisen. uz
se auch apagogische.) — Um zu beweisen, daßsich die Erde in jeden 24 Stunden einmal um ihreUxe drehet, nehme man das Gegcntheil als wahr an,daß nämlich die Erde stille stünde, und der Himmelsich rem dieselbe drehe. Es ist aber sehr ungereimt,zu behaupten, daß so viele tausend Himmelskörper,die meistens weit größer als die Erde sind, und in ei«ner erstaunlich großen Entfernung von ihr stehen, in24 Stunden sich mit der ungeheuersten Geschwindigrkeit (gegen die die Geschwindigkeit des Lichts selbstsehr klein wäre) um die Erde drehen sollten. Weilleichter läßt sich das Gegenthcil begreifen. — Wennman die Unsterblichkeit der Seele apagogisch beweisenwollte, so müßte man sagen: gesetzt die Seele würdemit dem Tode vernichtet, so wäre eö etwas höchst un«gereimtes, daß ein Wesen mit so herrlichen Anlagendes Verstandes und der sittlichen Vernunft nur sokurze Zeit leben sollte. Also müssen wir daö Gegen«theil glauben.
Auch in der Mathematik werden häufig indirekteBeweise gebraucht: z. B. es soll bewiesen werden, daß,wenn zwey grade, unter sich parallel laufende, Linienvon einer dritten graben Linie geschnitten werden, diezwey Winkel auf der einen Seite der schneidenden Liniezusammen de» zwey Winkeln auf der andern Seitegleich seyen. Setzen wir, das Gegentheil sey wahr,daß nämlich die Summe der Winkel auf der rechtenSeite größer oder kleiner wäre, als die Summe derWinkel auf der linke». Seite, so müßten in dem erstenFalle die: Linien sich auf.der linken, in dem andernFalle auf der rechten Seite schneiden. Dieses streitet
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