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Erste Grundlinien der Logik
Entstehung
Seite
107
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des Fürwahrhaltens. 107

Steigt man von dom nieder» Grade der Ge«wißheit zu den höher» auf, so kommt zuerst das Mey«nen, dann das Glauben, und sodann das Wissen. Fürdie problematischen ttrthcile gilt das Meynen, für dieassertorischen das Glauben, für die apodiktischen dasWissen."

Das Meynen läßt sich von allen am wenigstenmitthcilcn, und also läßt sich über Meynungen amwenigsten streiten; denn Gründe, die für mich wichtigsind, können es für Andere nicht seyn. Wenn ich ei«nigen Gründen das Uebergewicht zngestehe. weil di«Gegengründe sehr schwach sind, so folgt daraus nicht,daß Andere ihnen auch das Uebergewicht zugestehe»werden, weil es möglich ist, daß sie noch Gegengründehaben, die mir unbekannt sind."

Der Glaube läßt sich zwar mittheilen, in sofern man einerlei) subjektive Beschaffenheit vorauSsctzt,allein er wird doch nicht bey Allen gleiche Stärkehaben."

Das Wissen muß sich allgemein mtttheilen las-sen. Man hat nicht zu fürchten, daß jemand dieGründe für irgend einen rein geometrischen Satz nichtgültig finden werde, so bald man nur voraussehenkann, daß er sie verstanden hat, und der durch dieseGründe bewirkte Grad des Fürwahrhaltens wird beyAllen gleich stark seyn."

Dem Meynen darf kein Glauben und kein Wis«scn entgegenstehen. Dieß ergiebt sich aus der Erklä,rung dieser drey Ausdrücke leicht. Zch kann nicht sargen, ich meyne, meine Seele ist vergänglich, wennich glaube, si» ist unsterblich; ich kann nicht sagen,