^8 Von den verschiedenen Graden
läßt sich eben so leicht gegen als für etwas einnehmen.Zweifel, die noch nicht deutlich eingeschen werden,und auf dunkeln Vorstellungen beruhen, werden Skru-pel genennt. Der gemeine Mann hat häufiger Skruipcl, als deutliche Gründe gegen eine Behauptung, (siescheint ihm nicht ganz richtig zu seyn — er mcynt, e«rm'lsse sich noch etwas dagegen sagen lassen, ohne dochangebenzu können, was sich allenfalls einwenden lie-se). — Daher müssen Skrupel erst zu Zweifeln ausdeutlichen Gründen erhoben werden, wenn sie gelöstwerden sollen. Wenn z. D- einer die Vorstellung vondem Kvpernikanischen Weltsystem nicht für richtig hiel-te, ohne sagen zu können, warum? so müßte der, wel-cher ihn zur richtige» Ansicht führen will, vor allenDingen seinen Zweifel deutlich zu machen suchen. DesLehrer, der in Gesprächen diese Kunst nicht anzuwenrden versteht, wird die Schwierigkeiten und Skrupelöfters nicht heben können. Er kann den eigentlichenPunkt nicht treffen, der die Einwürfe und unrichtigeAnsicht veranlaßte. Daher muß man durch Fragen esdahin zu bringen suchen, daß der Zweifelnde durch sei-ne Antworten veranlasset wird, bestimmt und deutlichanSzudrücken, was er für irrig, oder wenigstens fürzweifelhaft hält, was er für Gründe dazu hat u. s. w.Dann wird es nicht selten gelingen, die Zweifel desAndern zu heben, und ihn von einer Wahrheit zuüberzeugen.
Die Betrachtungen über die verschiedenen Artendes Zweiselns führen uns auf den Begriff von Wah r,scheinlichkeir, der mit dem vorigen zusaminen-hängt. Line Sache wird wahrscheinlich, wenn man