Von den Urtheilen. 4*
dikate vorhanden sind; Casus ist gelehrt, Casus ist recht»schaffen, Titius ist gelehrt, Tilius ist rechtschaffen.
Die hypothetischen Urlheile bestehen eigentjlich aus zwey Sähen, Vordersatz und Nachsatz(sntoceäeirs, consel)uen8), die als Ursache und Wir«kung, als Grund und Folge mit einander verbundenwerden. Wenn »ist, so ist auch b. — Wenn, dieSonne scheint, so wird die Erde erwärmt. — Diebeyden Sätze, welche hier mit einander verknüpft wer»den , sind eigentlich unbedingt ausgcdrückt, i) die Son«»e scheint, r) die Erde wird erwärmt. Diese sindcategorische Urtheile, die so, wie sie da ausgedrücktsind, in keiner Verbindung mit einander stehen. Nurdadurch entsteht Verbindung, daß man das erste Ur,theil als Bedingung von dem zweyten ansiehlA DieRichtigkeit solcher Urtheile beruhet darauf, daß die Fol»ge wahr sey, oder daß der Vordersatz den Nachsatz alsFolge nothwendig bestimme. — Noch ist zu merken,daß man die hypothetischen Urtheile nicht in allen Fäl»len umkehren dürfe, oder daß aus dem Satze, wenn »ist, so ist auch b, nicht immer gefolgert werden könne,wenn tz ist, so muß s seyn. Denn die Folge kannnoch manche andere Gründe haben, die von a verschierden sind. Z. B. aus dem Satze, wenn die Sonnescheint, wird die Erde erwärmt, kann man nicht um»gekehrt folgern, wenn die Erde erwärmt wird, soscheint die Sonne, denn diese Wirkung kann auch ausandern Ursachen erfolgen, z. D. von unterirdischemFeuer. — Wenn Regen fällt, so wird die Erde naß,aber umgekehrt kann nicht gesagt werden, daß, wenndie Erde befeuchtet ist, dieses allemal von Regen her,