Druckschrift 
Erste Grundlinien der Logik
Entstehung
Seite
39
Einzelbild herunterladen
 

3Y

Von den Urtheil^n.

»der nicht viereckigt u. s. w ). Der Grund, warumzrvcy Gegensätze beyde falsch seyn können, liegt in ih-rer Allgemeinheit: aber weil Nebensätze partikulär sind,so können sie nicht beyde falsch seyn, z. B. einige Krei-se sind rund, einige nicht rund einige Steine sindorganische Körper, einige nicht organische Körper u. d.gl- Sie können auch beyde wahr seyn, wenn dieEigenschaft nicht der ganzen Gattung, sondern nur ei-ner oder mehreren darunter begriffenen Unterarten zurkommt, z. D. einige Thicre haben warmes Blut, an-dere haben kein warmes Blut einige Pflanzen sindgiftig, andere nicht.

Im dritten Falle, wenn der eine Sah allgemeinbejahend, der andere partikulär verneinend, oder dereine allgemein verneinend, der andere partikular beja-hend ist, must nothwcndig der eine wahr, der anderefalsch seyn. Daher heißen sie widersprechendeSätze (oontrsäictoris), z. B. alle a sind b, einige» sind nicht d kein s ist l,, einige a sind K. Hierwird im ersten Satze etwas von allen Subjekten einerArt behauptet, dessen Gegentheil im zweyten Satzevon einigen Subjekten dieser Art ausgesagt wird. Da-her muß einer von beyden gewiß falsch seyn: z. B.alle Triangel sind gleichseitig, einige Triangel sind nichtgleichseitig alle Menschen sind sterblich, einige Men-schen sind nicht sterblich. Daß aber auch der einevon beyden nothwendig wahr seyn müsse, erhellet dar-aus, weil das, was allen Subjekten mit Unrecht zuge-sprochen wird, einigen derselben mit Recht abgesprochenwerden kann und umgekehrt (wenn es falsch ist, daßalle a eine Eigenschaft haben oder nicht haben, so ist