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8 (1847) [Jus - Mei]
Entstehung
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Kant.

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(1762), dereinzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes"(1763), sodann die Abhandlungüber die Evidenz in den metaphysischen Wissenschaften"(welche das Accessit zurMendelssohn'schen Preisschrift hierüber erhielt, 1764°), besondersaber die Dissertation:cko mnulli .-wnsüiilis utgue intelügillilch form» et prici>>ii8"(1770) ebenfalls um deswillen merkwürdig sind, weil in ihnen die Grundzüge seines spa-teren Systems schon theilweise enthalten sind. Eben so bezeugen andere seiner damaligenGelegenheitsschristen B. disGedanken beim Ableben des Herrn von Funk 1754" undandere mehr), daß Kant schon damals sich mit sichtlicher Vorliebe für Religion und Moralnach einer Ansicht aussprach, welche sich weigerte, in den Meinungen über die Zwecke desLebens und der Tugend Partei zu nehmen, und sich im Gegentheil mit Hinwegwerfungaller anderen Hilfe nach den reinen Geboten der gesetzgebenden Vernunft richtet, im Ver-trauen, daß, wenn der Mensch auf diese Art nach dem von Gott ihm auf seine Fahrt mit-gegebenen Compasse seine Schuldigkeit thue, auf der anderen Seite der Beherrscher derMeere und Stürme das Seinige hinzufügen werde, nach dem in einem jener Aufsätze an-geführten Verse Pope's:Daß Jeder seinen Kreis vollende, den ihm der Himmel aus-ersehn"'').

Dieser Punkt, daß Kant auf die Grundgedanken sowohl seiner theoretischen als prak-tischen Philosophie so frühzeitig und durch sich selbst gekommen war, ist wohl zu beachten;denn einerseits muß eine Philosophie, die aus einer ureigenen Anschauung der Welt,der Dinge und der Gedanken entsprungen ist, zu ganz anderen Resultaten führen alseine solche, die blos aus dem Studium fremder Lehren und Svsteme hervorgebt; ander-seits kann nur eine solche Philosophie, die aus dem innern Lebensborn hervorquillt, auchselbst wieder auf das Leben wahrhaft productiv wirken, so wie eine solche auch sich nie inder Darstellung des äußern bloßen Schulsystems völlig erschöpfen läßt, dessen Form ohne-hin jedes Mal durch äußere zufällige Umstände bestimmt wird, die oft dem Wesen derSache selbst Eintrag thun °). Einer solchen Philosophie sind endlich die Verirrungender mit seinem Buchstaben Götzendienst treibenden blinden Nachbeter und Schüler ebenso wenig zuzurechnen als die der selbstdenkenden Nachfolger, die gleichwohl, statt eben-falls aus ureigner innerer Weisheitsquelle zu schöpfen und über die Welt und das Men-schenleben selbstständig zu philosophiren , dieses Letztere nur über die Schriften des Mei-sters thun ; vielmehr geht -sie wie ein Phönix aus der Asche bloßer Schulform mitverjüngter Kraft hervor und es ist mit Recht bemerkt worden, daß erst seit es keineKantianer mehr giebt, Kant's Philosophie ihre zeitliche Bedeutung abgestreifk undihre ewige erhalten hat ^).

Um aufKant selbst zurückzukommen, so hatte Derselbe gleich beim Beginne seinerakademischen Laufbahn dis großen Erwartungen erregt, die er während der langen Dauerderselben ausso glänzende Weise erfüllte. Er gehörte ohne Zweifel zu den ausgezeichnet-sten akademischenDocenten, namentlich in seinem Hauptsache, der Philosophie, über dessenzweckmäßigste Lehr - und Lernmethode er sich auch bereits im 1.1765 in einer eigenen,

6) Ueber die Wichtigkeit dieser Schrift hat sich neuerdings Fries ausgesprochen. (S.Polemische Schriften 1824. S. 158.)

7) Fortlage a. a. O. IV. S. Il>3.

8) Auch dieses weist Fortlage a. a. O. in Bezug auf die Kant'sche Philosophienach:Die Kant'sche Lehre ist also gar nicht in dem Grade Sache der bloßen Verstan-desberechnung, in welchem sie dieses, nach der Form der späteren Kant'sche» Schrif-ten zu urtheilen, wohl scheinen kann, und in welchem sic auch nach-dem einschlagenden fal-schen Begriffe des sogenannten trockenen und dürren Kantianismus gemeiniglich dafür gilt.Ihr Fundament ist vielmehr eine Grundanschauung des Lebens, welche schon vom 22. Jahrean so frisch,und lebendig in Kant's Adern putschte, als nur der gleichzeitige Klopstock vonseinen poetischen Idealen als Triebfeder des innersten Lebcnsblutes seinerseits in Bewe-gung gesetzt sein mochte. Aber indem diese positive Kant'sche Grundanschauung sich alsMaßstab sowohl an die deutschen als ausländischen spcculativen Systeme ansctzte, gebar sieeine fundamentale Kritik derselbe» und trat so in der Gestalt einer Kritik der philosophi-schen Speculation überhaupt, oder als eine Kritik der reinen Vernunft auf."

S) Fichte d- I., Ueber Gegensatz und Wendepunkt d. Phil. S. II.