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9 (1847) [Men - Nor]
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Norwegen (historisch und statistisch).

zu ihrer Erhaltung jährlich 530,000 Speciesthaler; im Jahre 1839 dagegen 689,000Speciesthaler. Für Heer und Flotte werden somit jährlich 1,040,000 Speciesthalerverwandt, beinahe ^ der Gesammteinkünfte des Staats, ein Verhältniß, was schon oftden Ruf nach Ermäßigung der Ausgaben bewirkt hat.

Festungen besitzt das Land 6, nehmlich Fredrickssteen, Fredricksstadt, Agershuus beiChristiania, Christiansand, Bergen und Tcondhjem, und die Grenzfeste Kongswinger,meist sind es jedoch'nur Forts, die bei jenen Städten liegen und von geringer Be-deutung sind. Die beste Festung ist das Land selbst mit seinen Felsenwällen, woeine entschlossene Bevölkerung sich sieghaft gegen weit größere Heere vertheidigen kann.Ob ein großer Waffenplahr, eine Centralfestung im Lande gebaut werden soll, ist Gegen-stand langer Berathungen gewesen, ohne bis jetzt zum Beschluß zu gelangen.

Mit der freien Verfassung und dem mannhaften Sinn des Volkes nicht im Ein-klänge ist es aber, daß in Heer und Flotte die Anwendung der Körperstrafen fortbesteht,und diese sowohl wie die lange Dienstzeit bedürfen der Umgestaltung.

Für Hebung der Wissenschaften, für die Universität und den Schulunterricht hat derStaat Vieles gethan, doch bleibt bei det eigenthümlichen Naturbeschaffenheit des Landesnoch Manches zu thun übrig. Die Bevölkerung, meist spärlich über große Räume zer-streut und in vereinzelten Höfen wohnend, kann in sehr vielen Theilen des Landes keinenGebrauch von Schulen machen, da es unmöglich ist, die Kinder darinzu vereinen. Wan-dernde Schullehrer ziehen daher im Lande umher und sammeln auf-einige Wochen dieKinder der Umgegend in bestimmten Höfen, wo sie während dieser Zeit in Kost gehaltenwerden und so lange bleiben, bis der Lehrer weiter zieht.Das Beste muß bei dieser Artvon Unterricht von den Eltern selbst gethan werden, die in dem langen Winter ihre Kin-der belehren und Viel leisten, da, wie schon angeführt wurde, selten jetzt ein Mann gefun-den wird, der nicht lesen und schreiben könnte.

Das Budget der Ausgaben zeigt, daß 1839 für die Universität 21,000 Speciesverwendet wurden , für Schulen sammt Kunst- und wissenschaftlichen Einrichtungen nur11,722 Speciesthaler; für Medicinaleinrichtung 25,181 Speciesthaler. Diese Ausga-ben sind ungemein gering, obwohl beizufügen ist, daß Universität und Schulen größten-theils bedeutende eigene Mittel besitzen, die Bewilligungen des Staats also nur als Zu-schüsse betrachtet werden müssen. Für den eigentlichen Volksunterricht wird ersichtlichzu wenig gethan, was nicht der Fall sein sollte, da die Kinder der Bauern an den Schu-len der Städte, an Universität u. s. w keinen Theil nehmen können, im Fall die Elternnicht vermögend genug sind, ihre Söhne in die Städte zu schicken.

In diesen bestehen meist Mittelschulen und Gemeindeschulen, wo der Unterrichtunentgeltlich ertheilt wird. Die größeren Städte haben gelehrte Schulen (Kathe-dralschulen oder vollständige Schulen), welche vom Staate unterstützt werden, der dieLehrer fest anstellt und gut besoldet, und deren Schüler mit dem Zeugniß der Reife zurUniversität abgehen. Diese wird so zahlreich besucht, daß immer 7 bis 800 Studirendesich in Christiania befinden. Jmmatriculirte Studenten zählte man 1841 nicht wenigerals 1912, wozu noch 641 kamen, die ohne Matrikel Vorlesungen hörten, gewöhnlichaber ist nicht die Hälfte beisammen, sondern lebt im Lande zerstreut, kommt und gehtnach Gefallen, da keine Zeit vorgeschrieben ist, binnen welcher die Universitätsstudien ab-gethan sein müssen.

Die große Anzahl der Studirenden bewirkt in dem Lande mit nur 1,200,000 Ein-wohnern eine Ueberzahl von Candidaten, welche unmöglich alle angestellt werden können,allein sie ist der Bildung günstig, welche mit ihrer Hilfe in die Nation dringt, da einbedeutender Theil dieser Jugend in die gewerblichen Stände zurückkehrt und allerlei Le-bensbeschästigungen ergreifen muß, weil der Staatsdienst nur einen Theil aufnehmen kann.

Acht und zwanzig Professoren und Lectoren (unseren außerordentlichen Professorengleich) sind bei der Universität angestellt und beziehen Besoldungen von 600 bis 1800Species (der Species Thaler preußisch). Aller Unterricht ist öffentlich und unent-geltlick, keinerlei Gebühren sind dafür zu entrichten, eben so wenig wie für Eramina,Erreichung der akademischen Grade u. s. w., was einen großen Unterschied zu den bei uns