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9 (1847) [Men - Nor]
Entstehung
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315
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Münzwesen. 315

In der Thal auch sind die Schwierigkeiten einer so totalen Umwälzung sehr groß; esmüssen auf lange Zeit hinaus große Unordnungen entstehen, und der endliche Erfolg bleibtzweifelhaft. Jedes der beiden Zahlensysteme hat seine «igenthümlichen Vorzüge; das De-cimalsystem erleichtert die Berechnung, das Duodecimalsystem die Eintheilung; jenesberuht aus der Wissenschaft, die es erfand, um Berechnungen zu erleichtern, seineSprünge sind daher groß, nur 2 und 5 gehen im ersten Glied« desselben aus, und es fehltihm an den für die Eintheilung und den Verkehr brauchbaren Größen; dieses beruhet aufdem Gesetze der Gegensätze, es ist überall in der Natur erkennbar, und sein erstes Gliedläßt sich mit 2 , 3, 4 und 6 gerade auftheilen, weshalb es mehr für den Verkehr und dieEintheilung brauchbare Größen giebt und der Masse der Menschen, die ein Zahlensystemnur für diese Zwecke braucht, mehr zusagt. Der Himmel läßt sich mit Leichtigkeit in 2,4, 8, 16 verschiedene Gegenden eintheilen, aber niemals in fünf, weil die fünfte ohneden erforderlichen Gegensatz wäre, und jeder Körper läßt sich viel leichter in 2, 4,8 gleicheTheile, als in 2 und 5 gleiche Theile, eintheilen; bei Eintheilungen bringt das Decimal-system erst durch Reductionen, also auf einem für die Massen schwierigen Umwege, dieeigentliche Größe, um die es sich handelt, zur Anschauung, welche das Duodecimalsystemsofort ausspricht. Wer in Frankreich von 25 Centimes hört, hat, da die Centimes, diewegen ihrer zu großen Kleinheit für den Verkehr gar nicht brauchbar sind, auch so gut wiegar nicht ausgeprägt werden, und die Masse sonach von dieser Größe überhaupt keine Vor-stellung hat, auch eben so wenig eine klare Vorstellung von der Größe, welche 25 Centimesbilden. Ec kann daher nur dadurch zu einer klaren Anschauung derselben gelangen, wenner sie nach dem ihm bekannten Frank abmißt. Er gelangt dazu, indem er ihr Verhältnißzu dem Frank, der, wie ihm bekannt ist, in 100 Centimes sich theilt, mittelst der Divi-sion findet und durch dieselbe erfährt, daß, was er geben oder erhalten soll, gleich ist ^Frank. Das Duodecimalsystem spricht aber diese Größe aus, indem es sie sofort als ^Frank bezeichnet. Für den Verkehr ist es daher deutlicher, kürzer und rationeller als dasDecimalsystem.

Daher ist es begreiflich, daß es sich, wenigstens seinen Haupteintheilungen nach,stets im Verkehre neben dem Decimalsysteme geltend machen muß. In der Thal auchsehen wir dieses in den Münzsystemen der vier oben angeführten Staaten überall in denBenennungen geschehen; wir finden in Frankreich halbe und Viertheilfranken, in Ame-rika halbe und Viertheildollars, in Rußland halbe und Viertheilrubel, in Holland halbeund Viertheilgulden, obschon die Viertheile offenbar gar nicht in das Decimalsystem pas-sen, sondern dem Duodecimalsystem angehören.

Noch größere Schwierigkeiten zeigen sich bei der strengen Anwendung desselben aufdie Maße und Gewichte; auch hier kommt man immer wieder auf die Eintheilungen desDuodecimalsystems zurück.

Wenn daher überhaupt der Versuch gemacht werden soll, es einzuführen, so wird eswenigstens gerathen sein, niemals auf eine consequente und alleinige Festhaltung desselbenzu dringen, sondern es mit den Eintheilungen des Duodecimalsystems zu verbinden, wo-durch die Möglichkeit herbeigeführt wird, die jedem einzelnen dieser beiden Systeme eigen-thümlichen Vorzüge zu verbinden und zugleich benutzen zu können.

Doch wird, sofern damit zugleich auch eine Veränderung der Geltung der kleinstenwirklichen Theilungsmünze verbunden ist, die Sache wenigstens dann, 'wenn blos voneiner isolirten Anwendung desselben in einem kleinen Staate, nicht von einer allgemeinenMaßregel, die viele Staaten in diesen Beziehungen auf gleichen Fuß setzt, die Rede ist,immer noch die ernstlichste Erwägung aller Verhältnisse vorangehen müssen. Man solltenie vergessen, daß eine solche Veränderung stets Verwirrungen in den Preisen und mate-rielle Nachtheile für die Unkundigen mit sich führt, während die Vortheile, die sie gewährt,nur formeller Natur sind, mehr nur den reicheren und wohlhabenderen Classen, dieviel zu rechnen haben, zu statten kommen und nur mittelst der materiellen Nachtheile,welche die Unkundigen oder die ärmeren Classen lange Zeit hindurch treffen, erkauft wer-den können. Man sollte endlich nie vergessen, daß keine Nothwendigkeit zu solchen Verän-derungen zwingt.