Münzwesen. 313
ganz von diesem Fallen betroffen, weil sie der Staat fortwährend zu dem Eourse von 5§Thalern annahm. Doch scheint eine zu Frankfurt a. M. mit ihnen bei dieser Gelegenheitangestellte Probe, bei welcher ihr Feingehalt nur zu 21 Karat 6E-Grän befunden wurdeund sonach erst in 39 ^ 2 » eine feine Mark enthalten war, aus eine Statt gehabte Ver-ringerung des Kornes derselben, vielleicht um sie dem der andern Pistolen zu nähern, hin-zudeuten. Die Ursachen dieser Münzwirre liegen demnach ziemlich klar zu Tage; sie sindin einer allmäligen Abweichung von dem ursprünglichen Pistolenfuße von 21A Karat feinGold auf die rauhe Mark zu suchen.
Nur Das etwa möchte dabei noch zu bemerken sein, daß vielleicht die Fixi-rung der Friedrichsd'or zu 5I Thaler und ihre Annahme zu diesem Eourse bei denCaffen nicht ganz ohne Einwirkung auf das schnelle Sinken der Pistolen oder Louisd'orgewesen sein mag, wodurch allerdings große Verluste herbeigeführt worden sind. Indemste nehmlich, gegen die Regeln einer richtigen Münzpvlitik, es versuchte, den Cours derFriedrichsd'or zu sixiren, und dadurch auch moralisch auf den Cours der übrigen Pistolen,die sich nun einmal den Friedrichsd'or, ungeachtet ihres nach den Frankfurter Proben frei-lich höchst unbedeutenden, ja kaum beachtlichen Mindergehalts, angehängt hatten, ein-wirkte, hielt sie dadurch den Cours derselben auch im Handel fortwährend auf gleicherHöhe, obwohl der Werth des Goldes schon seit 1830 nach und nach, wenn auch langsam,herabsank. Man könnte annehmen, daß ohne diese Einwirkung der Cours der Louisd'oroder Pistolen, dem Preise des Goldes ebenso im Fallen folgend, wie er ihm früher imSteigen gefolgt war, sich seit 1830 eben so allmälig, wie das Gold siel, niedriger gestellthaben würde. Dann würden theils die Verluste sich viel mehr vertheilt haben und schonum deswillen viel weniger fühlbar geworden sein, theils wäre der Cours wahrscheinlichgar nicht so tief, wie es in Folge des eingetretenen panischen Schreckens geschah, gefallen,und die Verluste hätten sich auch in dieser Beziehung gemindert.
Dienen sonach die Louisd'orwirren auf der einen Seite dazu, die Bedenklichkeitengegen die Erhebung des Goldes zum Werthmesser recht klar anschaulich zu machen, so be-stätigen sie auch die wohl zu beachtende Regel, daß selbst die scheinbar unbedeutendste Ab-weichung von den Regeln der Münzpolitik sich bestrafe, und mahnen somit zu der größtenVorsicht für die Zukunft, damit bei neuen Aenderungen keine Rückfälle eintreten.
Indessen ziehen doch, trotz aller entgegengesetzten Bemühungen, die fremden Pisto-len, wie sie sich erst beim Steigen an die preußischen Friedrichsd'or angehängt hatten, ebenin Folge dieses Zusammenhanges, gegenwärtig die letzteren, wenigstens im Auslande,wieder mit sich herab, und es wird Preußen zuletzt kaum etwas Anderes übrig bleiben, alseine Aenderung mit denselben vorzunehmen.
Dieses würde allerdings den bei Gelegenheit der Louisd'orwirren in Frage gekomme-nen Vorschlag, auch Vereinsgoldmünzen zu prägen, erleichtern, von dem sich nicht leug-nen läßt, daß er nicht nur für den gegenwärtigen Augenblick sehr zweckmäßig ist, sondernauch überhaupt viel Ansprechendes hat.
Je enger das Band wird, welches die Zollvereinsstaaten umzieht, um so mehr istauch zu wünschen, daß in Bezug auf ihren inneren Verkehr alle demselben entgegenstehen-den Scbwierigkeiten möglichst beseitigt werden mögen, und daß insbesondere die noch be-stehenden Verschiedenheiten, so weit es immer thunlich ist, mit einander in Einklang ge-bracht werden. Ganz besonders wünschenswerth erscheint dieses bei dem Münzwesen,weil gerade hier nur ein festes Zusammenhalten und gemeinsame Maßregeln zu einem er-freulichen Ziele führen können. In Bezug auf das Silber sind große Annäherungen er-folgt, in Bezug auf das Gold ist noch Nichts geschehen.
Es laufen davon in Deutschland um: Ducaten zu 23H bis 23K Karat Feingehalt,einfache und doppelte Pistolen von verschiedenem Feingehalte, Zehn- und Fünfgulden-stücke und aus älterer Zeit wohl noch einzelne Maxd'or und Carolinen. Für das Gedei-hen des Münzwesens und für den Verkehr ist der Umlauf von Münzen von so verschiede-nem Gehalte und von verschiedener Geltung ein Uebelstand; es entstehen dadurch Reibun-gen, und die gegenseitigen Ausgleichungen zwischen den verschiedenen in dem Zollvereinenoch bestehenden Münzfüßen werden erschwert. Der Pistolenfuß ist einmal zerrüttet,