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1 (1817) Erfahrungsseelenlehre, Logik, Metaphysik und Aesthetik
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173
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Aesthetik.

gefallen, ohne daß dieses Wohlgefallen nokhwendigvon einem Interesse begleitet wird. Jedes sinn-lich vorstellbare Objekt nun, welches un-mittelbar durch sich selbst und ohne allesInteresse gefallt, heißt schön; und das Ver-mögen , dieses uninteressirten Wohlgefal-lens oder des ästhetischen Vergnügens theil-hastig zu werden, ist der Geschmack. (Vom Geschmacksweiter unten ausführlicher; vrrgl. §. 290.)

Schöne Gemälde, Lustgärten, u. d. gl. gefallen nichtetwa deswegen, weil man sie für nützlich hält; manwünscht daher auch nicht »othwendig, sie selbst zu besitzen?ja vorausgesetzt, daß man die Belustigung, welche sie ge-währen, so oft und 'so lange, als man will , genießenkönne, ist man es auch allenfalls wohl zufrieden, daß sol-chen schönen Vorstellungen keine wirklichen Gegenständeentsprechen, sondern daß sie bloße Blendwerke der Phan-tasie , leerer Schein sesen. Auch gefällt ein vortrefflichesGedicht oder Schauspiel darum nicht weniger, weil manweiß, daß es bloße Erdichtungen darstellt; und es istwohl noch keinem Menschen eingefallen; zu wünschen, daßalle», was wir in der Aeneis und im Oberon er-zählt finden, wirklich so möge geschehen seyn. In diesenund in allen ähnlichen Fällen ist also das Wohlgefallennicht nothwendig mit dem Wunsche, daß dessen Gegen-stand etwas Wirkliches sey, verbunden, folglich uninte»ressirt: wir interessiren uns eigentlich nicht für dasschöne Objekt, sondern für die Art, wie es uns afficirt,für die Belustigung, die uns dessen Anschauung a n unddurch sich seihst gewährt.

Das Schöne muß sinnlich vorstellbar seyn. Manversteht aber unter dem sinnlich Vorstellbaren nicht AosGegenstände der Lussern Sinne, sondern auch derEinbildungskraft, des DichtungsvermL-stenS, des Witzes, der inner» Gefühle, z. B. derSympathie, des moralischen Sinnes, u.s.w.;denn alle diese Vermögensarten (deren Natur in der Psy-