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7 (1847) [Hex - Jus]
Entstehung
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337
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Hansa. 337

aus dem Zwischenhandel mit fremden Fabrikaten ihren Gewinn zog, desto mehr trat dasnationale Interesse bei der Aufrechthaltung des deutschen Seehandels in den Hintergrund.

Uebrigens konnten die Hansestädte sich nur beruhigen: Kaiser und Reich verfielennicht auf so heroische Maßregeln wie die im Voraus verbetene. Ein Verwendungsschreibendes Kaisers an seine Schwester von England das war Alles; und es that ganz undgar keine Wirkung. Da machte Hamburg seinen Einzelnfrieden mit England; es nahm(jedoch behutsam, nur auf zehn Jahre und unter dem lebhaften Einspruch vieler seinereigenen Bürger) die englische Compagnie der Adv en turers bei sich auf. Der Hansa-tag von 1572 brachte bittere Vorwürfe; recht als Vecrath an der gemeinsamen Sacheward diese Maßregel ausgelegt. Formell ist auch durchaus Nichts zu ihrer Rechtfertigungzu sagen. Indessen führte der Rath von Hamburg an, man habe vor allen Dingen fürdie Wohlfahrt der eignen Stadt zu sorgen; Emden habe die Adventurers ausgenommen undVortheil daraus gezogen, weshalb man denn einer Stadt, die nicht in der Hansa begriffen,einen Vortheil gönnen sollte, den man sich selber zuwenden könne, und dergleichen mehr.Das Schlimmste war, daß Elisabeth durch die Aufnahme ihrer Untecthanen in Ham-burg sich nicht, wie man wohl gehofft, hatte bewegen lassen, die alten hansischen Pri-vilegien aufs Neue zu bestätigen. Der Sturm war so groß und auch der Kaiser warnteso ernstlich vor einem Separatabkommen, daß Hamburg nach Ablauf der zehn Jahrenicht wagte, die Engländer ferner zu beherbergen. Die Verhandlungen mit England gingennicht vorwärts; man drehte sich beiderseits in einem fehlerhaften Zirkel; man wälzte, wieElisabeth sagte, den Stein des Sisyphus. Die Hansen verlangten, die Königin solleconsirmiren, dann wollten sie den Engländerndie Residenz" »erstatten; die Königin *begehrte vor Allem die Einräumung der Residenz, dann könne von den Privilegien dieRede sein. Uebrigens war Elisabeth noch immer nicht zum Aeußerften entschlossen, siedrohte wohl, führte es aber nicht aus, die Hansen andern Fremden gleichzustellen. Siekonnte ihrer Zufuhr von Schiffsmaterial und andern Vorcäthen nicht entbehren, auch war,vor der glücklich abgewandten Gefahr der Armada, ihre Zuversicht zu der eignen Seemachtnoch nicht stark genug, um einen Gewaltstreich zu wagen. Gar wenig aber beschaffteder stehende Ausschuß der Hansestädte in der englischen Sache, außer daß der radicale Ge-gensatz der Lübeckischen und der Hamburgischen Politik noch scharfer hervortrat.

Dieser Gegensatz ist nicht allein für diese englische Angelegenheit sehr folgenreich ge-worden. Er bildete das zahme Nachspielzu der großen Tragödie von Wullenweber's Aus-gang. Die Lübecker wollten die alten Privilegien, die ganzen Privilegien, Nichts als diePrivilegien. Was kümmerte sie die veränderte Weltlage? Sudermann's Ideal war dieHerstellung der guten alten Sitte in den Factoreien, die Einführung derselben m dasstattliche Haus, das die Hanse in Antwerpen gebaut, und das noch strengerer Satzung ge-horchen und größere Schätze erwerben sollte als das in Brügge. Aber Sudermann warnicht ein Kriegsheld, um die Privilegien zurückzuerobern, oder um fremde Reiche, wie derSecretär des Stahlhofs es ausdrückte,unter dem Daumen zu halten", sondern er warein gelehrter, wohlbestallter hansischer Syndicus; seine Deduction für den Reichstag warso lang, daß man in der Reichskanzlei 150 Thaler Schreibgeld dafür bezahlen mußte unddaß die kaiserlichen Räthe erklärten, sie würden sie gar nicht lesen, wenn sie nicht abgekürztwerde. Hamburg dagegen konnte in den Debatten die Bemerkung nicht unterdrücken:es habe mit dem Königreich England wie mit andern Königreichen jetzt weit eine andereGestalt als vor 2 bis 300 Jahren. Und Hamburg hatte auch noch andere Dinge nichtübersehen können. Allerdings auch auf Antwerpen hielt es die Augen gerichtet. AberAntwerpens Blüthe datirte sich von der Zeit her, als es die englischen Adventurers beisich ausgenommen. Die Häuser waren damals mit Stroh gedeckt gewesen, die Bewohnerhatten von der Landwirthschaft und dem Fischfang gelebt. Und was war aus Antwerpengeworden! Welcher Handel, welches rege Leben, welcher glänzende Wohlstand bei jederMasse von Bürgern! Wohnungen, die vor 50 Jahren 40 bis 60 Thaler Miethe ge-tragen, trugen jetzt 4800. Wenn es wirklich einen Hamburgischen Staatsmann gab,welchen die Trophäen Antwerpens nicht schlafen ließen, so war's ein Vorzeichen kommen-der Dinge: denn Antwerpens Erbschaft war uns beschieden; die kaufmännische Jntelli-Slaats-Lerikon. VII. 22