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7 (1847) [Hex - Jus]
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Hansa.

lands gegen die Handelsinteressen Deutschlands. Unter den Städten, welche später der> Utrechter Union beitraten, waren es nur die von Over-Vssel Deventer, Zwoll, Campen welche der deutschen Hansa treu geblieben waren.

Es gab noch eine zweite Reihe von Bundesstädten, welche von der HandelspolitikLübecks fast ebenso unangenehm berührt wurden als die holländischen: nämlich diepreußischen und liefländischen. Mit diesen hatte es eine eigne Bewandtniß. Siewaren ursprünglich hansische Pflanzstädte. Sie sollten dem Bunde dienen als seine Han-delscolonieen an jenen einst so unwirthbaren und doch für den Ostseehandel so wichtigenj Küsten. Sie gehörten dem Bunde an und schickten Sendboten zu den Hansatagen. Abersie standen in einem exceptionellen Derhältniß. Darauf hin deutet sehr bestimmt der häu-figer vorkommende Ausdruck: das ganze Land Preußen und Liefland gehöre zurHansa; ferner der Umstand, daß auch der deutsche Orden aus Hansatagen vertreten wird;endlich, daß die Hansa die Gewalt des Hochmeisters zum Behuf der Einschärfung ihrerBeschlüsse in Anspruch nimmt die größte aller Anomalieen (indem die Hansa niemalsan die Territorialhoheit sich zu wenden pflegte), wenn man sich nicht erinnert, daß dieHansa ein Recht hatte, diese Landstrecken als eine unter ihrer thätigen Mitwirkung ge-wonnene und behauptete Eroberung, diese Städte als ihre Pflanzstädte zu be-trachten. Aber das Bündniß zwischen der kaufmännischen und der militairischen Aristo-kratie war nicht aufrichtig genug, noch in den beiderseitigen Interessen hinreichend begründet,um im Nordosten Europa's eine Entwickelung aufzuhalten, welche sich längst vorbereitete.Der Hochmeister war zu keiner Zeit (wie man wohl geglaubt hat) der Schutzherr, er warnicht immer ein zuverlässiger Verbündeter der Hansa. Handelspolitische Betrachtungenlagen ihm fern; wäre es anders gewesen, so war er doch nicht in der Lage, siegeltendzumachen: im Laufe des 15. Jahrhunderts sind manche der angesehensten preußischen Städtevom Orden abgefallen und haben der polnischen Krone sich zugewandt. Um so schwererward es der Hansa, ihre Colonialpol itik an den Küsten Preußens und Lieslands auf-^ rechtzuhalten.

Diese Colonialpolitik der Hansen enthielt im Wesentlichen alle die Grundsätze, welchevon anderen Völkern späterhin in außereuropäischen Colonieen beobachtet worden undwelche den Abfall dieser Colonieen herbeigeführt haben. Für die Belege im Einzelnendarf der Verf. auf seine in der vorhergehenden Note erwähnte Abhandlung verweisen.Hier nur so viel: den direkten Verkehr nach und von den östlichen Pflanzstädten und ihremHandelsgebiet hatte der Bund seinen eignen Schiffen Vorbehalten, selbst die Landreise (der^ Waarentransport zu Lande, der sich den hansischen Statuten entziehen konnte) war verboten.Fremde Flaggen sollten in den östlichen Hafen, außerhansische Kausleute auf derenMärkten nicht zugelassen werden. Der Verkehr der östlichen Städte nach außerhansischenPlätzen, der Verkehr von diesen Plätzen nach jenen Küsten sollte über Lübeck geleitetwerden. Das ist die Bedeutung des Lübecker Stapels: keine andere als die desbritischen Stapels, den Cromwell's Schifffahrtsgesetze vorschrieben, indem sie fremdeFlaggen von den amerikanischen Häfen ausschlossen und auch den Besuch anderer euro-päischer Häfen als derjenigen' des Mutterlandes den Amerikanern als Schleichhandeluntersagten.

Es wäre müßig, zu fragen, ob solche Einrichtungen auf die Dauer aufrecht zu haltenseien. Wenn die Colonie erstarkt, so sucht sie von den Fesseln sich zu befreien. Sobald^ sie den Muth hat, an ihre eigenen Interessen zu denken, so leuchtet ihr ein, daß sie einemfremden Interesse dienstbar gemacht wird. Waren die Liefländec nicht mit Schiffen sowohl versehen, daß sie für ihre Rhederei den Vortheil der Frachtfahrt durch den Sund be-gehrt hätten, so empfanden sie's um so drückender, daß sie in der Auswahl fremder Schiffebeschränkt, des Vortheils einer freien Concurrenz als Käufer wie als Verkäufer verlustigund selbst im Verkehr mit den benachbarten Russen an beengende Vorschriften gebundensein sollten. Engländer und Holländer, wie sehr auch ihre Zulassung den alten Grund-sätzen widerstreben mochte, waren in den östlichen Häfen gern gesehen. Der stille Wunsch! der endlichen Emancipation, das Begehren einer selbstständigen, nicht von Bundessta-tuten abhängigen Handelspolitik, die Schwierigkeit einer Controle, die erstarkende Reni-