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1 (1817) Erfahrungsseelenlehre, Logik, Metaphysik und Aesthetik
Entstehung
Seite
228
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L2F Aesthetik.

rer Bedeutung zum Gegenstände haben (§. 241.242.). Insofern' der Geschmack Urrheile fällt, dieauf Allgemeinqültigkeit gegründeten Anspruch machen,«der worin alle, wenigstens die meisten MenschenLbtreinstimmen, insofern heißt er der allgemeine-Geschmack; Insofern seinen Urtheilen eine'sokche All-gew.eingültigkeit nicht zukommt, der besondereGeschmack.

Daß eine Rose oder eine Tulpe schöner sey als eine' Distel : das ist ein Urtheil des allgemeinen Ge-schmacks. In Ansehung der Spiele der Phantasie aberund der Eindrücke auf die innkrn Gefühle, auf Sympa-thie,. moralischen Sinn, u. s. w. sind die Menschen sehrverschieden: denn es hängt hier gar vieles nicht nur vonindividuellen Anlagen und Stimmungen, sondern auchvon Erziehung , Gewohnheit, zufälligen Umständen undJdeenverknüpfungen ab. Wie oft liegt der Grund vondem'Urtheile über die Bortrcfflichkeit eines Tonstäcks, ei-nes Gedichts, eines Gemäldes, in dem Umstande, baßdasselbe mit unserer gegenwärtigen Saune oder GcmüthS-stimmung gerade harmsnirt! Alle durch solche Zufälligkei-ten bestimmte ästhetische Urthsile gehören dem b«son-dern Geschmacks zu, der überdas bey vielen Menschensehr- unbeständig ist. Dieser heißt Nationalge-schmack, insofern er durch die Eigenheiten eines Landesodev einer Nation, z. B. durch Religion, Staatsverfas-sirng, u. s. w. Zeit» und Modegeschmack, insoferner durch das Eigcnthümliche eines Zeitalters und durchdie willkührlichen Gesetze der Mode, individueller,subjektiver Geschmack, insofern er bey einzelnen Per-sonen durch individuell?. Umstände, Erziehung, Umgang,Schicksale, u. d. gl. bestimmt wird.

In der großen Verschiedenheit sowohl der Naturanlazenals der Kultizr derselben findet sich Grund genug vondem großen Unterschiede, der in Ansehung des ästheti-schen BeurtheilunZsvermdgrns unter den Menschen ange-