Aesthetik. ^»7
Gränze» der Wahrheit. Natur und Schicklichkeit über-schreite, oder gar bis zum Unsinn« ausschweife.
§. 2YI.
! Insofern das Urtheil über di? Schönheit eine«Gegenstandes nicht durch Rücksichlii-, a.us-besten Zweck»Mäßigkeit, Brauchbarkeit, aus Nutzen und Vergnü-gen, oder auch auf sittliche Güte, sondern lediglichdurch die Art und Weise bestirymt wird, wie sich dasGemüth unmittelbar durch dessen Anschauung afficirtfühlt, insofern ist das Geschmacksurtheil rein;insofern das Gegentheil Statt findet, unrein.
, Die Geschmacksurth'eile über freie Schönheiten! sind demnach rein, die über anhängende Echön-^ heilen sinh unrein. (§. »44.) Rein ist mein ästheti-l schet Urtheil, wenn wir ein« Blume ohne Rücksicht aufihren angenehme» Geruch, eine schöne Gegend» ohne daß; ich an ihre Fruchtbarkeit, ein Gedicht, ohne daß ich anden Nutzen gedenke, den es zufälliger Weise stiften kann,an und für sich gefällt? unrein, wenn mir rin GebäudeVicht blos wegen seiner Schönheit, sondern such wegenseiner Zweckmäßigkeit und Bequemlichkeit, ein Gartenauch zugleich wegen seiner vielen angenehmen und nützli-chen Produkte wohlgefällt. Unrein sind auch überhauptall« GeschmackSurtheile, auf welche, zufällig affociirteVorstellungen und Gefühle Einstuß habey. (ß. 241.) —Alles dieses läßt sich leicht auch auf die Urtheile über da«Große und Erhabene anwenden^
§. 2Y2.
Die Geschmacksurtheil« sind desto allgemein-gültiger, je mehr sie sich auf formale, reineSchönheit einschränken, desto weniger allge-meingültig, je mehr sie dar Schöne in «eite
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