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1 (1817) Erfahrungsseelenlehre, Logik, Metaphysik und Aesthetik
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199
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Aesthetik.

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natürliche Ausdruck unschuldiger Offenherzigkeit inMinen» Gebärden und Worten, die mehr von sichvecräkh, als sie verrathen will: sie giebt sich bloß, ohnecs selbst zu wissen, weil sie mit der Mode und Ver-stellungskunst der feinen Welt nicht bekannt genug ist»um gewisse Schwachheiten, als Eitelkeit, Liebe u. d.gl. künstlich zu verbergen. Das Naive erregt, alsunerwartete, auffallende Abweichung von den Regelnder feinen Lebensart, das Gefühltes Lachens, in wel-ches sich-aber ein Wohlgefallen an diesem Ausbrucheder dem menschlichen Herzen natürlichen Offenheit undLauterkeit und innige Hochschätzung gegen diese ur-sprüngliche Anlage zur Aufrichtigkeit zu mischen pflegt.

Beyspiel des Naiven: Gellerts Fickchen, das»4. Jahr und 7 Wochen alt war. Die bloS nachge-ahmte naive Treuherzigkeit, wobey man dse Absicht hat,Einen zu verspotten, heißt das Schalkhafte; wie wennman z. B. unter dem Scheine als wolle man Einen ent-schuldigen, ihn nur noch mehr dem Gelächter preis giebt,

§, 26 z,

Endlich ist auch die Laune (I^nn-iour) eine er-giebige Quelle des Lächerlichen. Man versteht aberunter der Laune theils die Gabe, etwas Lächerlichesmir einer angenommenen Ernsthaftigkeit zu sagen oderzu thun, wo denn das Komische durch den Kontrastmit dem scheinbaren Ernste sehr erhöhet wird; theilsdas Talent, sich in eine gewisse originelle Gemürhs-stimmung Hu versetzen, worin alle Dinge ganz anders,als gewöhnlich, doch immer jener herrschenden Stim-mung gemäß erscheinen und beurtheilet werden,

Wev «nwsllkührlich solchen sonderbaren Umstimmungendes Gemüths unterworfen ist, heißt ein launischer-

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