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Aesthetik.
würde. An einem Pallasts kann Manches gefallen,was an einenr Temp'i mißfällt, weil es sich mit seinerBestimmung nicht verträgt. Manches gefällt an ei-nem Lüsthause, was an einem Wohnhaus-.' anstößig ist,weil es dessen Nutzbarkeit und Bequemlichkeit Abbruchthut. —Die freie Schönheit gefällt demnach auUnd für sich selbst und unbedingt; die adhäriren-de Schönheit aber nur insofern sie mit dem ZweckeUnd der Vollkommenheit des Objekts übereinstimmt:sie ist folglich dieser untergeordnet und durch sie einge-schränkt.
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Das höchste nur den bare Schöne ist bieder sGestalt des Menschen als eines seine ganze hohe Be- sstimmung auf's vcslkommeuste erfüllenden Wesens an- -hängende Schönheit. Der Mensch also, dessen ganzesAeusseres nicht nur Gesundheit, Stärke und anderekörperliche Vorzüge, sondern auch hauptsächlich geistigeVollkommenheiten und sittliche Güte so deutlich und :bestimmt als möglich ankündigt, ist das Ideal der sSchönheit. Dieses existirt zwar nirgends wirklich 'in seiner ganzen Vollkommenheit; der Künstler muß«s aber doch bey der Darstellung der menschlichen !Schönheit stets vor Augen haben , und sich ihm mög-lichst zu nähern strebe».
Die menschliche Schönheit von dieser edler» Art wirkt jNicht nur durch die im ganzen Körperbau sichtbare Regel- ^Mäßigkeit m d Proportion eigentliche Geschmacks- ,lust, sondern sie beschäftigt auch die Vernunft durch di«ihr so äußerst inrercffanten Begriffe von Vollkommenheit,Weisheit und Sittlichkeit : sie setzt zugleich das moralischeGefühl in LHLtigkeit, und erfüllt das Herz mit den Em-