Aesthetik. »7-
düng einen Reiz, der ihnen endlich ganz eigentklümlichzuzugehören scheint, ob er gleich zum Lheil erborgt i^.Z. B. der Gesang der Nachtigall, schöne Frühlingsblu-men, u. d. gl. gefallen noch mehr, als sie an sich selbstgefallen würden, durch die oft nur ganz dunkle mit ihrerWahrnehmung verknüpfte Vorstellung der reizendenJahrrzeit , worin man sich ihrer zu erfreuen pflegt.,Selbst gewisse Farben, z. B. das Grüne, als die Farbedes Frühlings und der Gewächse, das Hellblaue, als dieF.rbc des heitern Himmels, haben solchen Associationenihre Anmulhigkeit großen Theils zu verdanken. —DieBetrachtung schöner Naturgegenstände wird für gebildeteEcnntthec höchst anziehend durch den hinzukommendenGedanken, an den Schöpfer. — Welches mannigfaltigeSpiel der Ideen und der gemischtesten Gefühle pflegtnicht öfters der Anblick esnes Lusthauses in einer iniepes-santen Gegend, eines Tempels, eines Grabmals zu vcr«aulaffen! — Aussichten tn schöne Landschaften gefallenoft mehr durch das, was man hinzubenkt, (wie wennman sich z. B, die Glückieligkeit ihrer Bewohner vorstelltund daran durch Sympathie 2 heil mmmt) als durchdas, was man wirklich stehet. — Vorzüglich gehört hier-her auch alles, was auf Moralität Le-ugbat: dennobgleich der Ausdruck des sittlich Gate/ nicht sowohl ei-gentlich schön, als vielmehr edel, rührend, erhaben ist;so kann er doch, wenn er sich mit dem Eindrücke des Schö-nen vereinigt, diesen gar sehr erhöhen. — Unzählig sinddie Vorstellungen und die an diec-n hängenden baldfrohen, bald ernsten und schwermüthigen Gefühle, welch«der Anblick vieler Natur- und Kugstschinheiten zu er-wecken pflegt: wobey denn auch vieles von Gewohnheit,Voruvtheuen, subjektiver Gcmüthsstimmung und andernzufälligen Umständest abhängk.
§. 242.
Diese und viele andere Acten des freien Spielsder Gemüthskräste, welche durch die Anschauung schä»
M 2
M»