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Ueber Freiheit und Nothwendigkeit aus dem Standpunct christlich-theistischer Weltansicht : eine philosophisch-theologische Untersuchung
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Im letztem Sinne hat der Baum ein freies Wachs-thum, wenn seine Entwickelung und sein Emporstrebendurch nichts gehindert und aufgchalten wird. Ebensoist der Vogel im Käfich seiner Freiheit beraubt, weil essein Naturtrieb ist, sich in die Lüfte zu schwingen, oderdoch nach eigner Lust seine Statte zu suchen. So streitetLeibeigenschaft gegen die ursprüngliche äußere Bestim-mung des Menschen, im Wahnsinn wird er psychisch einSclav, und als Knecht der Sünde hat er pneumatischden Adel seiner Natur verloren, in welcher Rücksicht vor-zugsweise das Wort gesagt ist: Durch den Sohn freigemacht werdet ihr wirklich (o-r-ws, im Gegensatz zurbloßen Idee) frei sein *). Die relative Freiheit einesWesens ist also ein Glück, ein Gut, eine Vollkommen-heit, und etwas Zufälliges, wiefern das Gegentheilfür das Wesen an ihre Stelle treten kann.

Anders verhält es sich mit der Freiheit im erstenSinne. Absolute Freiheit kann nur sein oder nicht sein,jedoch ihrem Begriff zufolge nicht in ihr Gegentheil sichverkehren. Denn absolut frei kann nur dasjenige heißen.

*) Jener häufigen Erklärung, die Freiheit sei die Herrschaft desGeistes über die sinnlichen Lüste und Begierden, liegt demnach, soeinseitig sie auch in ihrer Allgemeinheit ist, doch immer ein wahrer,wenigstens richtiger Deutung fähiger Sinn zum Grunde, wennsich gleich über ihre einzelnen Ausdrücke noch viel disputiren läßt,da man dabei unter Geist gewöhnlich nichts anderes als Intelligenzversteht, und ebenso von Lust und Sinnlichkeit selten Vorstellungenhat, die nicht ack »bsurckum geführt werde» könnten.