Die Freundschaft eines Menschen, derleicht in Zsrn gebracht wird, ist vernünfti-gen Leuten lästig, und seine Gesellschaftgleicht einem Irrgarten, aus welchem mannicht so leicht kommen kann, als man her-eingegangen ist. Vom Zorn bis zur Wuthist nur ein Finger breit, und der vor ZornRasende hat mit dem Wachenden gleichesRecht, ins Tollhaus gebracht zu werden.Der Zorn beraubt einen Menschen des Ge-brauchs seiner Sinne und verblendet ihn der-gestallt, daß er oft die Gefahr, in welcheer sich stürzt, nicht sicht.
Der Zornige gibt denen, die ihm zuschaden suchen, alle Augenblicke Blässen,und kann unter allen, die man haßt, amleichtesten gestürzt werden. Der Kaltblütigehat allezeit den Vorkheil über den Hitzigen.Unter allen Fehlern ist der Zorn der mensch-lichen Gesellschaft am nachtheiligsten; auchschadet er dem, der ihm unterliegt, ohnedaß dieser das geringste Vergnügen dafürempfindet. Der Zorn dient also zu nichtsals daß er Gott mißfällig ist, die Gesundheitzersiöhrt, uns um Freunde und Wohlfahrtbringt, und unsre Feinde ergötzt, indem er