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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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124
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Wer eine fade Lobrede auf einen An-dern schreibt, macht ein Pasquill auf sichselbst.

Uebertriebenc Lobsprüche machen nichtnur die Aufrichtigkeit dessen, der sie äu-ßert , zweifelhaft, sondern geben auch oftdem Hörer Anstoß und nützen der Person,die gelobt wird, nicht.

Wie satyrisch ist das Lob derer, wel-che einen Menschen wegen Tugenden loben,von dem die ganze Welt weis, daß er sienicht besitzt. Uebertriebenes Lob macht Neu-gierde rege, und rcitzt zum Neid, so daß,wenn das Verdienst nicht dem Werth ent-spricht, welcher auf dasselbe gesetzt wird,die allgemeine Meinung sich gegen den Be-triege r empört, und beyde, den Schmeichlerund den Geschmeichelten lächerlich macht.

Tadle nicht alles und alle!

Ein Tadel hat mehr Wirkung, wennman ihn beyläufig fallen läßt, als wenn ergeradezu gegen eine Person gerichtet ist.