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6. Sei) behuchsam im Loben und Tadeln.
§)ie Fertigkeit, alles, was man sichetoder höret, zu loben, ist ein Zeichen einesschwachen Geistes oder falschen Herzens,welches durch allgemeine Spendung seinesBeyfalls jedermann gefallen will, und nichtüberlegt, daß derjenige seinen Verstand vonder Höflichkeit zum Besten haben läßt,der nur darum lobt, um Andern den Hofzu machen. Der Bewunderer von allem,was man sieht oder hört, zu seyn, ist einabgeschmackter Charakter, und wer sich voneinem Menschen vergöttert steht, der allenArcen von Götzen Altäre baut, kann nichtsehr stolz darauf seyn. .So widrig auchdie Bosheit eines Tadlers ist, so bringt sieuns zuweilen der Wahrheit auf die Spur:aber in dem übertriebenen Lobe ist nichts,als Abgeschmackheik.
Hörst du dich loben, so nimm nichtdie Lobsprüche strenge nach dem Buchstaben.
Lobe Andere nicht zu viel. Zu vielloben ist ein scharfer Tadel. Allzuvieles