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2. Regeln über die Kunst der Unter,
Haltung und das Benehmen inGesellschaften.
§)ie wahre Kunst zu unterhalten bestehtin einer angenehmen Freymüthig und Of-fenheit mit einer so wenig als möglich schein-baren Zurückhaltung.
Bey jeder Unterhaltung sollte die Re-gel beobachtet werden, daß die Menschennicht reden müssen, um sich, sondern umdenen zu gefallen, die sie hören. Dieß wür-de sie bewegen, zu überlegen, ob das, wassie sagen, des Hörens werth sey ? ob Witzoder Sinn in dem sey, was sie sagen wol-len ? und ob es der Zeit, dem Ort und derPerson, zu welcher es gesagt wird, ange-messen sey?
Unterhalte Andere mit dem, was sieinteressirt, und was ihre Zufriedenheit mitsich selbst erhöht. Mache ihre Vorzüge aufeine feine Art geltend, und decke in ihrerAbwesenheit ihre gute Seite auf. Dieß al-les thue aber mit der Einschränkung, daßes nicht zur Schmeicheley wird.