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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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Seite
109
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Regeln über das Betragen gegenAndere.

i. Ueber den Umgang.

^)ehe nicht mit böse» Menschen um; denndieß hieße zur See gehen. Man leidet leichtSchiffbruch auf derselben. Lege den faulenApfel zum frischen nur wenige Tage, undFäulniß verzehrt beyde. So wie der frischeApfel die Anlage zur Fäulniß schon in sichenthält, so fehlt auch keinem Menschen dieAnlage zum Bösen. Aber cs fehlt auch kei-nem die Kraft, dieselbe durch bessere Fertig:keiten zu unterdrücken.

Ein freyer, anständiger Männerum-gang ist der Spielraum, innerhalb welchemdas Weib alle Feinheiten ihrer Natur ent-wickelt. Kein Mädchen, welches nur ihrengeliebten Jüngling, kein Weib, welches nurihren Mann kennt, bildet sich vollkommenaus. Ihr eingeschränkter Männerumgangmacht sie einseitig in ihrem ganzen Wirknngskreise.

Der vertraute Umgang zwischen bepdenGeschlechtern bleibt immer gefährlich; amgefährlichsten ist er für Männer.