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Ein junges Frauenzimmer ohne alleKoketterie gefällt nicht, weil es keinen Werthauf sich selbst zu setzen weis, und weil ihm' die Achtung des männlichen Geschlechts ganzgleichgültig zu seyn scheint. Es gibt eineerlaubte und liebenswürdige Art von Ko-ketterie. Diese setzt die Talente und Reitzedes andern Geschlechtes in das schönste Licht,verbreitet über alle weiblichen Handlungen ,selbst über weibliche Schwächen, die ange-nehmste Grazie, beseelt jeden Ausdruck durchrin sanftes Feuer, macht jeden Blick desAuges allmächtig, und gibt jedem Gedan-ken und jeder weiblichen Handlung ihre ei-gentliche wahre Stelle. Diese Koketterie istes, die man mehr für Eitelkeit hält, wennsie es auch gleich nicht ist, sie hat nichtnur das Gepräge der Klugheit und Un-schuld, sondern ist es wirklich; in ihremGewände verliert keine, gewinnt jede Tu-gend , und ihre Handlungen gehören wederunter die Geisel des Satyrenfchrribers, nochunter baS Forum des Moralisten.
Aber ihre unnatürliche Schwester, ei-ne Tochter der Narrheit und des Leichtsinnes,
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