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Grazie, die in der Jugend so verfüh-rerisch ist, wird im späten Alter Ziererey,Grimasse. Etwas Verstand, Gleichmütig-keit und Sanftheit im gesellschaftlichen Um-gänge, dieß sind die einzigen Ressourcen,wenn die Schönheit abnimmt, noch ange-nehm zu seyn.
Der Nutzen, den die Weiber aus Ro-manen ziehen können, ihren Styl zu bilden,wieget die Gefahr, der sie sich aussetzen,durch eine allzuzärtliche Lektüre ihr Herzweichlich zu machen, nicht auf. Der Ver-stand erhält bey der Lektüre derselben ohneZweifel Politur; aber Weisheit und Tu-gend leiden dabey immer. Man wird ge-rührt, in Leidenschaft gesetzt, fühlt alleRegungen des Hasses und der Liebe, desMitleids und der Rache, von welchen maneine erdichtete Person belebt sieht, und wür-de unfehlbar in dieselben Schwachheiten fal-len , wenn man dieselben Gelegenheitenfände.
Die Schamhaftigkeit macht das höch-ste Interesse eines Weibes aus; sie erhöht