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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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Seite
78
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Der sicherste Weg, den ein Gatte ein-schlagen kann, ein Hauswesen zu regieren,ist, zu gewissen Zeiten etwas von seinenVorrechten aufzugeben.

Es ist ein unglückliches Vorurtheil, daßviele Frauenzimmer glauben, die Grenzlinieder weiblichen Tugend werde durch äu-ßerliche Sittsamkeit, durch natürliche underzwungene Schamhaftigkeit allein erreicht;daß sie glauben die Ehre bleibe unbefleckt,wenn sie durch andere Laster, nur nicht durchWollust besudelt ist.

O, es gibt ausser der Keuschheit nochso manche weibliche Tugend, die Bezug aufMännerglück haben. Sie ist zwar die er-ste und wichtigste; aber Sanftmuth, Fröm-migkeit, Gutherzigkeit, vorurrheilsfreye Den-kungsart, Hang zu allem, was schön undedel ist, müssen ihre Begleiterinnen seyn!

Die Eifersucht ist eine Ausschweifungder Liebe, und der Argwohn eine von die-ser Leidenschaft unzertrennliche Unvollkom-menheit. Sie ist nicht weniger die Peini-gerin des Liebhabers als des geliebten Ge?