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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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Seite
73
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Ehe ist nicht unglücklicher, als dasLeben es überhaupt ist; und die meistenderer, welche über eheliche Leiden klagen,gentesen doch eben so vieler Zufriedenheit,als in irgend einer andern Lage ihre Na-tur zugelassen oder ihr Betragen ihnen ver-schafft haben würde.

Jedes Frauenzimmer, welches einMann zur zweyten Ehe sucht, muß sichgenau erkundigen, ob und in welchem Gra-de er in der ersten glücklich war. War eres nach menschlicher Weise vollkommen, sowird sie in der Regel am besten fahren,wenn sie sich zurückzieht; denn sie kann mitallen Reitzen, aller Herzensgüre und Liebenur sein halbes Herz gewinnen.

Die Che, die im reifen Alter glück-lich macht, ist die, welche man in der Ju-gend geschlossen hat.

Das sicherste Merkmahl des ehelichenGlücks ist, wenn nie ein Theil seine Rech-te fordert, sondern bcyde ihre Pflichten zuüberkrcffcn suchen.

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