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Taschenbuch zur Philosophie des Lebens, des Umganges und des Lebensgenusses : zur Bildung der Menschheit, vorzüglich aber der reifern Jugend beyder Geschlechter
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12. lieber die Schönheit.

Es gibt zweyerley Arten der Schönheit:die Schönheit der Seele, welche in Tugendund Weisheit besteht, und die Schönheitdes Körpers oder die richtige Proportionder Glieder, das Kolorit, der gute An-stand, eine einnehmende Gestalt u. s. w.

Wer diese doppelte Schönheit in sichvereint, verdient allerdings die Verehrung,welche die vollkommene Schönheit heischt;allein man wird wohl selten eine Personfinden, welche diese beyden Gunstbezeugun-»gen des Himmels zugleich erhalten hat.

Die Schönheit des Körpers ist einwichtiges Geschenk der Natur, und ist inder Welt für den Menschen eine große Em-pfehlung. Sie besitzt, wie der Magnet,eine geheime Kraft, welche die Bewunde-rung der- Sterblichen auf sich zieht, Ue-brigens ist die körperliche Schönheit keinbleibendes Gut. Sie gleicht einem Firniß,dessen sich die Natur bedient, um ihren Fi-guren aus Erde einen Glanz zu geben, deraber stets matter wird, bis er endlich sichganz verliert.