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Fürst. Hast Du jemals an meiner Freundschaft ge-zweifelt?
Fürstin. An Deiner Liebe nie: man liebt sich undweiß selbst nicht das „warum?" — Aber man wird sichFreund, wenn man sich kennen lernt.
Fürst- Dann glaub' ich, daß wir Zwei noch sehrgute Freunde werden.
6. Lerne.
Die Vorigen. Hofmarschall, Oberhosmeisterin undvon Spangenberg
Hofmarschall. Durchlaucht haben uns befohlen —
Fürst. Da Sie sich mit Ihren Vorschlägen zunächstan die Fürstin gewandt, so können wir eine Besprechungdieser Angelegenheiten auch hier im Boudoir der Fürstinvornehmen.
Hofmarschall. Unsere Durchlauchtigste Fürstin zeigt— trotz ihrer großen Jugend — einen so hohen' Sinnfür ernste Staats-Angelegenheiten, daß man annehmenmuß, der liebe Gott habe sie mit seiner ganz besonderenGnade erleuchtet.
v. Spangenberg. Die Loautö und der Lsxrit kämpfenin unserer Fürstin um den Vorrang — da aber keine derbeiden Göttinnen in ihr der anderen weicht, so müssenwir Ihre Durchlaucht zugleich als Venus und Minervaverehren.
Oberhofmeisterin. Wenn sich unsere Fürstin allabend-lich mit jenem rothen Köfserchen einschließt, so glaube ichdas Richtige errathen zu haben, wenn ich annehme, daßsie die Schriften über Staatskunst, die wahrscheinlich dorteingeschlossen sind, studirt.
Fürstin (aufgeregt). Wenn der Blick der Frau Ober-hofmeisterin nur bis zu dem gelben Schloß des Köfferchensdringt — ihr Ahnungsvermögen scheint sich durch die solideArbeit eines Messingkünstlers nicht aufhalten zu lassen.
Fürst. Was hast Du in dem Köfferchen?
Fürstin. Ach — davon ist jetzt ja nicht die Rede.