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Fürstin Dorothea : Zeit- und Charakterbild in zwei Aufzügen
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Fürstin. Dann kamen sie mit Vorschlägen, DeinerGeldnoth ein Ende zu machen: die Einen wollten hier inDeinem Lande ein Spielhaus gründen, um die reichenSchlemmer und Abenteuerer ganz Europa's herbeizulocken.Mit ihrem Sündengeld sollten Deine Kassen gefüllt werden

und ich ich sollte Dich bereden, diesem schmachvollenUnternehmen Deine Zustimmung zu geben.

Fürst. Wer hat das gewagt?

Fürstin. Die Oberhofmeisterin und der Kammerherrvon Spangenberg.

Fürst. Ein unschuldiges Kind wollen sie benutzenum einen Ehrenmann ihren Plänen dienstbar zu machen

Sie wissen nicht, was ein unschuldiges Kind und nichtwas ein Ehrenmann ist. Aber weiter.

Fürstin. Und der Andere machte einen Vorschlages schaudert mich fast, ihn zu wiederholen. Zu einmblutigen Tyrannen wollte er Dich auf Deinem stillenFleckchen deutscher Erde machen. Ich sollte Dich über-reden, Deine Soldaten, fünfhundert Kinder Deines Landes,an die Engländer nach Amerika zu verkaufen.

Fürst (mit dcm Fuße stampfend.) Wer war der Elende?

Fürstin. Dein Hofmarschall er hat schon unterder Hand beim Lordkanzler anfragen lassen, ob diesesschändliche Angebot genehm sei?

Fürst. Er soll es mir büßen. Und was war DeineAntwort?

Fürstin. Ich sagte, ich wolle Dir diese Vorschlägemittheilen aber ich wolle denselben zugleich einen drittenVorschlag, der in mir selbst erwachsen, an die Seite stellen.

Fürst. Und dieser dritte Vorschlag?

Fürstin. Laß die drei Herrufen in ihrer Gegen»wart will ich ihn aussprechen.

Fürst- Sei es! (Er klingelt ein Lakai tritt ein.)Ich lasse die Frau Oberhofmeisterin, den Hofmarschall undden Kammerherrn Herbitten. (Lakai ab. Zur Fürstin.) Esscheint mir, Du bist im Begriffe, Dir die ersten Feindein Deinem Leben zu machen.

Fürstin (den Fürsten bei der Hand fassend). Und meinenersten Freund.

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