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Fürstin Dorothea : Zeit- und Charakterbild in zwei Aufzügen
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wenn dann dieses Heer von spießbürgerlichen Scrupeln ineinem Schäferstündchen von seinem jungen Frauchen inFront und Flanke zugleich angegriffen wird ich müßtedie Männer nicht kennen, wenn er da kalt und grundsätz-lich bliebe.

v. Spangenbcrg. Aber sollte der Hofmarschall keinGegenprojekt haben, um die leeren Staatskassen wiederzu füllen?

Oberhofm. Gewiß! seit einigen Tagen verkehrter mit einem Agenten aus England ich weiß noch nicht,was sie Planen aber lassen Sie uns das Eisen schmieden,so lange es warm ist.

v. Spangenberg. Wenn die Fürstin sich aber unseremProjekt xsu kavorabls zeigen sollte?

Oberhofm. (gchcimnißvoll). Non ober Kammerherr die Fürstin muß die unsrige werden, oder ich werdesie verderben. Ich habe bereits die ersten Maschen einesNetzes in der Hand, das ist es erst fertig gestricktnur über dem gekrönten Backfisch zugezogen zu werdenbraucht.

v. Spangenberg. Sie erschrecken mich!

Oberhofm. Erinnern Sie sich des kleinen rothenKöfferchens, mit dem sich seit einiger Zeit die Fürstin all-abendlich von sechs bis sieben Uhr einschließt?

v. Spangenberg. Sie haben mir davon erzählt.

Oberhofm. Dieses Köfferchen wurde der Fürstin voretwa drei Wochen von einem Herrn überbracht, der seinenWeg durch die vom Schloßparke in die Gemächer der Fürstinführende einsame Gallerie nahm. Er war in einen langenschwarzen Mantel gehüllt, mit dem er, als ich ihm aufdieser Gallerie zufällig begegnete, auch sein Gesicht bedeckte.

v. Spangenberg. Wahrscheinlich ein Lieferant, derSeiner Durchlaucht in dem kleinen Köfferchen die neuestenMode-Artikel aus Paris brachte.

Oberhofm. Sie sind sehr geistreich. Verhüllen denndie Lieferanten ihre Gesichter, wenn man ihnen im Schloß-flügel der Fürstin begegnet? Aber hören Sie weiter: dieFürstin schließt sich also seit der Zeit allabendlich vonsechs bis sieben Uhr ein, nachdem sie sich das rothe Koffer-