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über unsere pfiichtmäßigen und pflichtwidrigen Handlungen inbilligenden und verdammenden Urtheilen ausspricht, das Ge-richt eines allwissenden und gerechten Vergelters sey, welcherdie Tugend belohnen und das Laster bestrafen wird. Die Reli-gion ertheilt daher dem Sittengesetz die größte Heiligkeit, diehöchste Wirksamkeit, und beseelt uns zugleich mit hoher Ehr-furcht und Achtung vor dem Moralgesetze, indem wir in dem-selben Len Willen der Gottheit erkennen, und darin den wirk-samsten Antrieb, dasselbe zu befolgen, finden. Die heili-ge n W a h r hei t e n der Religion enthalten daher mäch-tige Bewegungsgründe zur Tugend und Sittlichkeit. Sie ma-chen uns mit Gottes Heiligkeit, Gerechtigkeit, Güte, All-wissenheit und Allgegenwart bekannt, sie entwickeln die Lehrevon der Schöpfung und göttlichen Vorsehung, zeigen unsereAbhängigkeit von dem Allmächtigen, und weisen auf ein Lebennach dem Tode, und auf eine ewige Glückseligkeit, als dieder Tugend verheißene Belohnung. Die religiöse Überzeugung,daß Gott unser Schöpfer, Erhalter und Regierer ist, daßunser ganzes Schicksal in seiner Macht liegt, daß er als dasheiligste Wesen die Befolgung des Sittengesetzes befiehlt, daßer allgegenwärtig und allwissend alle unsere Handlungen weiß,und die Gesinnungen unseres Herzens durchschaut, und als derallgerechte Richter nach dem Maße unserer Würdigkeit oderSchuld uns belohnen oder bestrafen wird, ist der mächtigsteSchild, uns gegen die Versuchungen zum Bösen zu bewahren,und uns auch dort, wo die Tugend schwere Opfer fordert, undunsere Verpflichtungen unbemerkt verletzt werden könnten, demSittengesetze treu zu erhalten. Die Religion und ihre Lehrenalso, die Vorstellung des Schöpfers als das Ideal der Sitt-lichkeit, welchem sich der Mensch vermög seiner Arfecribilitotimmer mehr nähern soll, und das Gebeth, welches als eineErhebung des Herzens zu Gott, uns dip Eigenschaften desAllerheiligsten lebhaft vergegenwärtiget, sind wirksame Mittelzur Vermehrung der Reinheit, der Stärke, der Dauer undSelbstständigkeit unserer Tugend.