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ist ein bedingtes und mittelbares, und die Gegenstände, für de-ren Erreichung sie Grundsätze und Regeln aufstellt, habennur einen relativen und zufälligen Werth, der mit der verän-derten Empfänglichkeit eines SubjectS für sinnliche Eindrückenothwendige Änderungen erleidet. Ganz anders verhält es sichmit der rein praktischen Vernunft, die sich in der unbe-dingten Billigung einer gewissen Denkungs- und Handlungs-weise ausspricht. So wie das mittelbare Wohlgefallen, welchesaus der erkannten Angemessenheit einer Handlung zu den sinn-lichen Trieben und Zwecken entspringt, in der Natur derSinnlichkeit gegründet ist, so ist auch der sittlichen Natur desMenschen eine Regel, ein übersinnliches Princip der Beur-theilung und Werthbestimmung für jede Handlung und Unter-lassung eigen, bey deren Befolgung die rein praktische Ver-nunft ohne alle vermittelnde Vorstellung des Nützlichen ihr un-bedingtes Wohlgefallen zu äußern genothiget wird. Die reinpraktische Vernunft entbehrt also der Erfahrung; der Zweck,den sie zu erreichen gebiethet, ist ohne Rücksicht auf das An-genehme und Nützliche, absolut gut, und hat eine füralle vernünftige Wesen allgemeine, unbedingte Gül-tigkeit, einen, wie Kant sagt, mit keinem anderen Gegen-stand vergleichbaren und nvthwendigen Werth d. i.Würde.
§- 9 >
Jenes reinvernünftige Wohlgefallen, welches der mensch-lichen Natur bey gewissen Gesinnungen oder Handlungen gleich-sam aufgedrungen wird, heißt Achtung; ihr wird die V e r-achtung entgegengesetzt, die in einer unmittelbaren und un-bedingten Mißbilligung gewisser Gesinnungen und Handlungenbesteht. Nur der Mensch ist des Gefühls der Achtung und Ver-achtung fähig, und nur seine Gesinnungen, Entschließungenund Handlungen sind ein Gegenstand derselben. Diese Gefühlesind ihm aber auch so wesentlich eigen, daß sie selbst durchdie größte Lasterhaftigkeit unterdrückt, aber keineswegs vec-