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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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sondern die Vorstellung ihrer Zweckmäßigkeit und der damitverbundenen vorteilhaften Folgen mit Vergnügen, und derWerth derselben ist daher auch nur ein äußerer, bedingtdurch die Angemessenheit zur Erreichung des beabsichtigten Zwe-ckes. Von dieser Art sind alle Handlungen, welche die Befrie-digung des Glückseligkeilstriebes zum Zwecke haben. Es istaber eine Thatsachs unseres Bewußtseyns, daß es auch Hand-lungen gibt, die ohne alle Rücksicht aus ihre vorteilhaften Fol-gen, und selbst wenn Nachtheil damit verbunden wäre, an undfür sich gefallen. Bey diesen Handlungen erfüllt uns die Vor-stellung der Gesinnungs- und Handlungsweise mit Vergnü-gen , ihr Werth ist ein innerer, absoluter und u n b e-dingter, und sie selbst sind ein Gegenstand des rein vernünf-tigen Begehrungsvermögen.

§. 6 .

Der Trieb nach Glückseligkeit ist also keineswegs das ein-zige Wollens - und Handelns-Princip in der Natur des Men-schen, sondern es gibt noch ein anderes, übersinnlichesPrincip, durch welches uns ein unmittelbares, nicht durchdie Rücksicht des Angenehmen oder Nützlichen bedingtes Wohl-gefallen an menschlichen Gesinnungs- und Handlungsweisengeboten wird. Wir unterscheiden daher eine empirischpraktische und eine rein praktische Vernunft. Die cr-stere abstrahirt aus der Erfahrung Maximen und Regeln derKlugheit, durch deren Befolgung uns das möglichst größteMaß des sinnlichen Genusses zu Theil wird. Ihr höchster Zweckist die Befriedigung der Sinnlichkeit, und ihr Maßstab zurWerthbesiimmung aller Handlungen die Angemessenheit dersel-ben zur Erreichung des erwähnten Zweckes. Sie lehrt einemkleinen Vergnügen entsagen, um ein größeres zu erreichen,einen kleineren Schmerz zu übernehmen, um dem größeren zuentgehen, den länger dauernden, wenn gleich intensiv schwä-cheren Genuß, dem stärkeren aber kürzeren vorzuziehen. DasWohlgefallen, welches die empirisch praktische Vernunft äußert.