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der Menschen steht, aufgehoben werden Sann. Die Losung die-ses Widerspruches im Menschen, die Vereinigung seiner strei-tenden Naturen ist das Werk der Moral-Philosophie,die jenes Verhältniß durch Aufstellung allgemein verbindlicherGesetze ausmittelt.
tz. S.
Diese Gesetze sind aber keineswegs ein Werk der Willkühr,sondern aus dem Wesen der menschlichen Vernunft genommen,und mit beständigem Hinblicke auf des Menschen höhere Be-stimmung entwickelt. Wie konnten sie auch allgemein gültig seyn,wenn sie nicht in der Natur des Menschen gegründet waren!Von ihnen geregelt wird das Begehren ein vernünftiger Wille,der nun mitten unter den Anforderungen der Vernunft und derSinnlichkeit, mit Freyheit und Dewußtseyn sich zu jenen Hand-lungen entschließt, die dem Sittengesetze gemäß sind.
§. 4 -
Die Moral-Philosophie, die sich mit der Entwicklung die-ser Gesetze beschäftigt, und die Moral d. i. die Lehrealler von demMenschen mir Freyheit zu erfül-lenden Vernunftgesetze aufstellt, zerfällt in dieMetaphysik der Sitten, in die Ethik und Asce-t i k. Die erste entwickelt aus der moralischen Natur des Men-schen die höchsten Gründe aller Moralität, und stellt die sittli-che Gesetzgebung der praktischen Vernunft überhaupt und imAllgemeinen für alle freye, d. h. unter der Form der End-lichkeit zur Realisirung des Sittengesetzes unbedingt verpflichteteWesen auf; die zweyte nimmt auf die besonderen Verhältnisseund Bestimmungen der Menschen, unter welchen diese das Sit-tengesetz befolgen sollen, Rücksicht, und bestimmt hiernach dieGesetze für ein pflichtgemäßes Handeln, daher sie auch Pflich-tenlehre genannt wird ; und die dritte endlich lehrt jeneMittel kennen, durch welche die Tugend befördert, und ihreAusübung und die Befolgung des Sittengesetzes erleich-tert wird.