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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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und sie zu erlangen etwas aufopfert, was wirklich Werth hat.Durch Anmaßung gegen Andere und durch Egoismus geht ffiein Narrheit über.

Zu den Krankheiten des intellectuellen Begehrens gehörenCharakterlosigkeit, Mangel an Willenskraft,und die nicht in das Gebieth der Erfahrungs-Scelenlehre,sondern einer moralischen Anthropologie gehörigen morali-schen Schwächen und Laster. Da Charakter in Beziehungauf den Willen, Handeln nach unveränderten Maximen ist: sowird Charakterlosigkeit im häufigen Wechsel angenom-mener Maximen bestehen. Mangel an Willenskraftentspringt aus angeborner Schwäche des Geistes, oder ausunterlassener Übung des Willens, und wird denjenigen beyge-legt, die sich fortwährend mit leeren Wünschen quälen, sichhöchstens Zwecke vorsetzen, aber nie zur Amvendung der nöthi-gen Mittel gelangen. Solche Menschen bleiben in den wichtig-sten Angelegenheiten unentschlossen, und geben sich gerne undleicht fremdem Einflüsse hin.

§. 6 .

Allgemeines psychologisches Merkmahl derVerrücktheit und Ursache der Seelen-krankheiten.

Kant stellt als allgemeines und psychologischesMerkmahl der Verrücktheit den Verlust desGemeinsinnes auf, dessen Stelle von einem Priva t-Sinne, von falscher Originalität eingenommen wird. SolcheKranke sehen und hören nun, was andere nicht sehen und nichthören, und trauen sich eine höhere Macht und größere Ein-sichten zu. Übrigens ist oft nur eine Kraft, die Kraft in einerThätigkeit verrückt, während die übrigen Kräfte in unverletzterWirksamkeit sich äußer», so wie die Verrücktheit oft nur ge-wisse Puncte, ja oft nur einen einzigen betrifft.

Die Anlage zu den Seelenkrankheiten liegt als Keim indem Menschen, und es entsteht, wenn sie einmahl zur Ent-