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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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§. » 4 -

Der Gesichtssinn.

Da das Auge das Werkzeug dieses edelsten und feinstenSinnes ist: so wird eS nothwendig, zuerst den außerordentlichenkunstvollen Bau und die Hauptrheile desselben zu erklären.

Der Augapfel ist bey dem Menschen, so wie bey denmeisten Thieren, fast kugelrund; nur vorne erhebt sich derdurchsichtige Theil desselben, so daß er hierdurch von der voll-kommenen Kugelgestalt abweicht. Er liegt in der Augenhöhle,in welcher er durch sechs Muskeln nach allen Seiten hin be-weglich ist. Im Hintergründe schließt sich der Sehnervean ihn.

Die Haupttheile, aus welchen das Auge besteht, sind:Drey Häute und drey Feuchtigkeiten.

Die drey Häute werden genannt:

a) die harte Haut;

t>) die braune Haut, auch Gefäß- oder Ader-haut; und

c) die Netzhaut, auch Mark- oder Nervenhaut.

Die drey Feuchtigkeiten heißen:

a) die wässerige;

!i) die gläserne; und

c) die kr y st a l l en e.

Die harte Haut, als die erste oder vorderste, umgibtden Augapfel ganz. Sie ist sehr fest und dick, weiß, undurch-sichtig und elastisch. Nur ganz vorne am Auge wird sie höhergewölbt, dünner und durchsichtig, und bekommt hier den Nah-men Hornhaut.

Inwendig ist die harte Haut mit der schwärzlichen Ader-oder Gesäßhaut bekleidet, die mit sehr vielen Blutgefäßendurchflochte» ist.

Diejenige Haut, welche den farbigen Ring im Auge bil-det, wird die Regenb og e nhaut genannt. Sie ist von ver-schiedener Farbe; nach ihr wird die Augcnfarbe des MenschenPhilosoph. Abtheil. I. Band. si