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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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chem sich der Gehörnerve befindet. Hier wird der Schall gebil-det, von da bis zum Gehirn fvrtgepflanzt, und durch die an-geregte Emvfänglichkeir und Selbstchätigkcir der Seelenkraft,§. 3. zur Empfindung und Vorstellung bearbeitet.

Das äußere Ohr dient vorzüglich dazu, den Schall,nahmlich die erschütterte Luft, aufzufangen und in den Gehor-gang zu leiren. Man bemerkt dieses am auffallendsten an Pfer-den und Hunden, die, wenn sie schärfer Horen wollen, dieOhren spitz in die Hohe zu richten pflegen.

Die Säugthiere haben künstlichere Gehörwerkzeuge als dieübrigen Thiergattungen. Von den Säugrhieren abwärts, beyAmphibien, Fischen u. s. w. werden die Gehörwerkzeuge immereinfacher, bis sie endlich ganz verschwinden.

So ein scharfes Gehör also einige Thiere der hoher» Artbesitzen, eben so unvollkommen ist dieser Sinn bey andernGattungen. So har z. B. die Natur auf das. Hören undSehen der Krebse nur ein Organ verwendet. An denJnsectenund an den Maulwürfen bemerkt man gar kein äußeres Ohr.Die Würmer sind des Ohres größten Theils beraube.

DaS Thier überhaupt hört nur Schälle, und gibt nurLaute von sich *). Bey dem Gesangvogel ist die Stimme noch

*) Schallist der allgemeine Ausdruck für jede hörbare Lufter-schütkerung; Ton aber ein Klang, in so'ern er eine gewisse HöheoderTiefe hat. So z.B. erregt der Stoß des Windes auf Körper»öder eines Körpers geaen den andern, einen bloßen Schall;Saue, Glocke, Orgelpfeife u. s. w. bringen einen Klang oderTon hervor. Die einfachsten oder am wenigsten vielfachen Luft-schwm^ungen geben den Grundton. Ein Ton ist rein, wennman dabey nur einen Ton, oder doch darneben keine andernals harmonische Töne hört, wie z. V. die doppelte Octave,tue zugleich anklingt, oder der gewöhnliche Accord, der ausdrey verschiedenen, aber zusammen klingenden Tönen besteht:dem Grundtone, der Terze und der Quinte sz. B. C E. G.)Dieser Accord wird bey dem einzelnen Anschläge jedes schal-lenden Körpers gehört. Unrein heißt der Ton, wenn die nütdemselben zugleich gehörten Töne einen Mißklang mache».