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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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verleitet ihn daher zu übermäßiger Gaumenlust. Seine eigent-liche Entwickelung beginnt im Kinde erst dann, wenn es an-fangt, vielfachere Speise zu sich zu nehmen.

Das Schmecken selbst geschieht dadurch, daß das Ge-zweigs des Zungennervs, welcher sich, aus der Oberfläche derZunge, in kleine Wärzchen endigt, von Körpern unmittel-bar berührt wird. Die Wärzchen richten sich beym Act desSchmeckens empor. Man hat daher bemerkt, daß die Zungebey Menschen, die den Geschmack verloren haben, ganzglatt ist.

Der Geschmackssinn kann auf vielfache Weise geschwächtoder ganz zerstört werden, z. B. durch Lähmung der Zungen-nerven, durch zu sehr afficirende Reizungen, durch Verdickung,Scharfe oder mangelnde Absonderung des Speichels. Wie sehrer dagegen, durch öftere, aber gemäßigte Übung, verfeinertwerden kann, dieß beweisen die Weinkenner durch ihr Kosten,die Koche u. s. w.

§. rS.

Der Gehörssinn.

Dieser Sinn wird durch den Schall in Thätigkeit gesetzt.Ein Beweis für das Edle und Feine dieses Sinnes liegt schondarin, daß er für bloße wellenförmige Lufterschütterungen undihre Modificationen empfindlich ist.

Das Ohr des Menschen ist zwar kleiner als das der mei-sten Thiere höherer Art, aber viel künstlicher gebaut als jedesandere. Man unterscheidet an demselben vorzüglich folgendeTheile:

a) Das äußere Ohr, das ist, die Muschel und denknorplichen Gehör gang.

b) Die schneckenförmig gewundene Gehörgangs-röhre, welche mit dem Trommelfelle schließt, das ist,einem nach innen convex gewölbten, sehr elastischen Häutchen.

c) Die nach dem Trommelfelle folgende Trommel-höhle, mit den Gehörknöchelchen und einem Canal, in wel-