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1 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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157
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nen das Vorkosten des Geschmacks, reizt ihre Eßbegierde, undwird ihnen dadurch sehr nützlich, daß er sie in der Wahl derihnen bestimmten Nahrungsmittel leicer, indem sie nur dasgenießen, was ihrem Geruchssinn angenehm ist, folglich ihnenzu gesunder Speise dient. Aus gleiche Art erkennen sie auchdas ihnen nicht Zuerkannte oder Schädliche *). Uns Menschenist er nicht von solcher Wichtigkeit: indes; vermögen wir dochauch dadurch manche gute und böse Eigenschaften der Dingezu erkennen, z. B. die uns höchst schädlichen mephytischenLuftarten rc.

Im Menschen entwickelt sich der Geruchssinn erst im drit-ten Lebensjahr. Vorher vermag das Kind wohl Gegenständeder Betastung zu unterscheiden, Gerüche aber nicht, wenig-stens läßt sich kein Zeichen der Afsicirung an demselben be-merken.

Mit dem Geschmack steht der Geruch in naher Verbin-dung; er ist aber von feinerer Art: denn der Geschmack erfor-dert die unmittelbarste Berührung des Gegenstandes, welcherden Geruchssinn schon aus weiter Entfernung affieiren kann.

Die Zweige des Geruchsnerven werden immerzu von derihnen vorliegenden Schleimhaut befeuchtet, weil sie sonst,durch das immerwährende Achemhohlen, von der Brust ausge-trocknet, und dann zu ihrer Verrichtung unbrauchbar würden.

§. 12 .

Der Geschmackssinn.

Den Geschmackssinn haben die Thiere nicht; den vierfü-ßigen Thieren fehlt sogar, wie die Anatomen entdeckt haben,der Zungennerv des fünften Nervenpaars.

Dem Menschen,besonders dem sinnlichen, ist der Ge-schmackssinn das, was der Geruchssinn dem Thiere ist, und

*) Vey den Würmern entdeckt man nirgends eine Spur von Ge-ruchsorganen. Bey t>en Insecten vermukhet man sie, weilvi le derselben Äser, faulen Käse, Fleisch rc. wittern, wie z. B>der Todteugräber, die groß« Fleischfliege u. dgl.