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Beydes wirkt stärkend und schärfend. So übt z. B. der Mahlerdie Sehkraft, der Tonkünstler das Gehör. .
c) Gehörige Anwendung der Aufmerksamkeit beym Beob-achten, welche den Sinn sehr unterstützt.
Wie wichtig die Schärfe der Sinne für den Menschensey, zeigt sich daraus, weil alle Vollkommenheit der Erkennt-nis; auf der Vollkommenheit der Erfahrung, diese aber auf derVollkommenheit der Sinne beruht.
So wie aber der Sinn in seinen Wahrnehmungen durchdie auf den Gegenstand angewendete Aufmerksamkeit sehr un-terstützt wird, eben so wird auch der voll und kräftig ausge-bildete Sinn den Reizungen einer kränkelnden und verirrtenPhantasie widerstehen. Daher hat man auch die Bemerkunggemacht, daß die kräftigen und praktischen Menschen weit we-niger sentimental und phantastisch sind, dafür aber auch weni-ger getäuscht und beunruhigt werden.
§. 6 .
S i n n e s f e i n h e i t.
Die Feinheit eines Sinnes besteht darin, daß er unsin den Stand setzt, zwischen mehreren Gegenständen reinund leicht zu unterscheiden. Sie kann jedem der fünf Sin-neswerkzeuge zukvmmen; auch lassen sich alle Sinne beträcht-lich verfeinern.
Die Sorgfalt, das Sinnesorgan in gutem Zustande zuerhalten, verbunden mit einer zweckmäßigen Übung des-selben, rragen auch zu Verfeinerung vieles Key. Sobaldaber diese ihre Gränzen überschreite!, wird sie Überfeine-rung, welche die Sinne vielmehr abstumpft, als veredelt.Man hat daher ganz richtig bemerkt, daß der verfeinerteMensch gewöhnlich nicht die feinsten Sinne hat, weil ersie entweder abstumpfl oder wenigstens nicht übt. Der Natur-mensch hat hierin meistens den Vorzug. So z. B. wird vonLen Amerikanern erzählt, daß sie das Feuer in weiterer Ent-fernung riechen,' als wir Europäer es zu sehen vermögen.